Bayern 2

Zeit für Bayern Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Reik Schaab erstellt Unwetterwarnungen beim Deutschen Wetterdienst in München | Bild: BR-Studio Franken/Carlo Schindhelm

Samstag, 24.07.2021
21:05 bis 22:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Es riecht nicht alles gut was kracht
Kleine Kulturgeschichte des Feuerwerks in Bayern
Von Sarah Khosh-Amoz

Wettermacher in Bayern ...
Von Hexen, Meteorologen und Luftverpestern
Von Carlo Schindhelm

Wiederholung von 12.05 Uhr, Bayern 2
Als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Es riecht nicht alles gut was kracht
Kleine Kulturgeschichte des Feuerwerks in Bayern
Von Sarah Khosh-Amoz

Lärm gehört seit ältesten Zeiten in allen Kulturen zum Feiern und zu jedem Fest. Man lässt es buchstäblich einmal "richtig krachen". Dafür wurde schon in der Antike alles genutzt, was laut ist: Glocken und riesige Schellen, Ratschen, Klöppel und Peitschen. Mit der Erfindung des Schießpulvers im 14. Jahrhundert setzt eine neue Tradition ein. Ebenso wie bis heute in orientalischen Ländern vor Freude in die Luft geschossen wird, böllern bei uns etwa die Berchtesgadener Weihnachtsschützen in der Heiligen Nacht und zu Silvester.
Aus diesem Schießen hat sich in der Barockzeit die europäische Variante "Feuerwerk" entwickelt. In der Zeit für Bayern-Sendung besucht Sarah Khosh-Amoz den Feuerwerker Peter Ruppert in Unterhaching bei München. Mit seinem Sohn betreibt er das Geschäft "Himmelsschreiber". Und Peter Sauer aus Gersthofen bei Augsburg stellt Feuerwerke noch selbst her und tüftelt an neuen Kreationen. Ein Feature über Vergangenheit und Gegenwart eines Stücks Feierkultur.

Wettermacher in Bayern ...
Von Hexen, Meteorolgen und Luftverpestern
Von Carlo Schindhelm

Im Juni 1616 zerstören, Frost, Regen und Hagel die Ernte. Bereits wenige Wochen später sind die Schuldigen gefunden. Nachweislich kommen 420 Menschen im Hexenturm im unterfränkischen Zeil ums Leben. Die meisten sind Frauen. Zwei Mal ist das Wetter Anlass für die Hexenverfolgung. Für die Menschen des Mittelalters sind Wetterphänomene ein ungeheuerliches Schauspiel, das als göttliches Wunderzeichen gedeutet wird. Mit Glockengeläut und Kanonenschüssen versuchen sie Gewitter zu vertreiben. Vergeblich! Das Wetter bleibt ein großes Rätsel. Auch die Sternegucker suchen nach Antworten und glauben sie bei den Planeten gefunden zu haben. So deutet etwa der Altdorfer Astrologe Abdias Trew: Merkur könne je nach Stand zur Sonne Winde hervorrufen, "die verhältnismäßig reich an Dunst sind, örtlich Schnee- oder Regenfälle" mit sich brächten. Erst im 18. Jahrhundert beginnen Wissenschaftler in Bayern Messungen durchzuführen. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften nimmt sich dem Wetter an. Es entsteht ein erstes Netz von Beobachtungsstationen, etwa auf dem Hohen Peißenberg. Einfache Instrumente erfassen Luftdruck und Temperatur. Noch heute gibt es auf dem Hohen Peißenberg eine voll automatisierte Beobachtungsstation des Deutschen Wetterdienstes. Eine Vielzahl von Daten fließen beim Deutschen Wetterdienst in München zusammen, um mit Hilfe von hochkomplexen Modellen das Wetter vorherzusagen. Ein Wetter das man meint, jederzeit im Griff zu haben - über das Handy per App. Gleichzeitig hat das Wetter noch immer nicht seine Ungeheuerlichkeit verloren und unsere Generation muss mit dem Klimawandel erkennen: Wetter ist auch menschengemacht.

Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Zeit für Bayern zeigt das Land im Herzen Europas in seiner ganzen Vielfalt. Eine unterhaltsame Heimatkunde für alle, ob alteingesessen oder neuzugezogen, ob aus Kempten oder Köln, Nürnberg oder Neapel, Berlin, Bagdad oder Berchtesgaden. Denn Heimat ist da, wo man sich kennt und auskennt. Zeit für Bayern bietet die Gelegenheit, die Landstriche und die Menschen Altbayerns, Frankens und Schwabens näher kennen zu lernen und neu zu erfahren - bayerisches Leben und bayerisches Lebensgefühl abseits aller Klischees.

"Zeit für Bayern" ... sollte jeder haben!