Bayern 2

radioWissen Auster und Schwamm

Austern | Bild: picture-alliance/dpa

Freitag, 14.05.2021
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Die Auster
Delikatesse und Wasserfilter

Der Schwamm
Ohne Hirn aber mit viel Raffinesse

Das Kalenderblatt
14.05.1918
Mary Smith Jones geboren, Eyak-Sprecherin
Von Christiane Neukirch
Als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Die Auster - Delikatesse und Wasserfilter
Autor: Bernd-Uwe Gutknecht / Regie: Eva Demmelhuber
Das Jahr 41 vor Christus. Die antike Hafenstadt Tarsus in der heutigen Türkei: Als Ägyptens Königin Kleopatra hier Caesars Kontrahenten Antonius mit einem Festmahl empfängt, wird dem künftigen Liebespaar neben Pfauhenne und Birkhahn auch eine Auswahl an Austern kredenzt. Das hat der altrömische Geschichtsschreiber Cassius so überliefert. Tatsächlich wurden am Roten Meer Austern-Schalen gefunden, deren Inhalt schon vor 125.000 Jahren von den Einwohnern verzehrt wurde. Die kostspielige Delikatesse blickt also auf eine lange Geschichte als Edelfutter zurück. Allerdings sind nur wenige Arten der Schalenweichtiere zum Verzehr geeignet, vor allem die Pazifische Auster. Heutzutage werden Austern für Feinschmecker vorwiegend in künstlichen Austernbänken gezüchtet, was an der französischen Atlantikküste oder an der portugiesischen Algarve kommerziell betrieben wird. Perlen dürfen sich Gourmets in den Austernschalen nicht erhoffen, denn Perlen kann nur die Gattung Pictada - auch als Perlauster bekannt - entwickeln. Und die gehört zwar auch zur Klasse der Muscheln, aber nicht zur Familie der Austern und wird normalerweise nicht im Restaurant serviert.

Der Schwamm - ohne Hirn aber mit viel Raffinesse
Autorin: Prisca Straub / Regie: Irene Schuck
Schwämme gehören zu den urtümlichsten Tieren auf unserem Planeten. Sie haben keine Nervenzellen, keine Muskeln, keine Sinnesorgane und keine Atmung. Aber: Sie sind fast überall im Meer zu finden - von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee - und sogar im Süßwasser. Schwämme sind ein evolutionäres Erfolgsmodell aus der Frühzeit der Erde, das bis heute überdauert hat - in Form von Bechern, Knollen und Keulen, millimeterklein und metergroß.
So einfach der Aufbau eines Schwamms, so komplex ist sein Innenleben - und weltweit interessieren sich Forscher für die einzigartigen Substanzen, die er produziert. Die hochwirksamen, biochemischen Stoffe gelten als große Hoffnung der Medizin beim Kampf gegen Viren und Bakterien, gegen Schmerzen und sogar gegen Krebs.
Erstsendung: BR 2017

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Bernhard Kastner

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