Bayern 2

radioTexte - Das offene Buch Ayeda Alavie: "Ein Bild von mir"

Buchcover | Bild: Hagebutte Verlag

Sonntag, 17.01.2021
12:30 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Vor über 20 Jahren kam Ayeda Alavie aus dem Iran nach Deutschland. Ihre Geschichten erzählen vom Erinnern und Ankommen.
Lesung mit Irina Wanka. Cornelia Zetzsche im Gespräch mit Ayeda Alavie

Das Buch-Cover ist das Kinder-Foto eines kleinen Mädchens. Schüchtern, fast verschämt sitzt die Kleine da, lächelnd unter einem großen Kopftuch. Was das Foto nicht zeigt, ist das Diktat der iranischen Religionswächter und Machthaber, die allen Frauen und Mädchen, auch Kindern, die Kopfbedeckung vorschreiben. Ayeda Alavie erzählt davon in "Ein Bild von mir", der Titelgeschichte ihres neuen Erzählbands, eines der "zehn besten Independent Bücher 2020", die Bayerns Minister für Wissenschaft und Kunst kürzlich auszeichnete. Ein schmales Buch mit acht Geschichten zwischen Kindheit und Erwachsensein, verankert in den Dingen des Alltags, einem Foto, einer Schneekugel, einem Regenschirm.

Ayeda Alavie, 1974 in Teheran geboren, hatte als Rundfunkjournalistin und Autorin von Kinder- und Jugendbüchern begonnen, bevor sie als junges literarisches Talent mit Preisen geehrt wurde. Sie entfloh den Machthabern Irans, die den Vater im Gefängnis festgehalten und sie verfolgt hatten. Längst ist sie deutsche Staatsbürgerin und schreibt auf Deutsch. Deutsch ist für sie ein Schutzraum, eine Sprache, die nichts zensiert, nichts aufzwingt, sondern Freiheit bedeutet, und die sie mitnehmen möchte, wenn sie irgendwann wieder in den Iran zurückkehren könnte.

Irina Wanka liest die Titelgeschichte des Erzählbandes: "Ein Bild von mir".

Regie: Eva Demmelhuber
Im Gespräch: Ayeda Alavie
Redaktion und Moderation: Cornelia Zetzsche

Nach der Sendung als kostenloser Podcast unter bayern2.de/Lesungen - radiotexte