Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Mediterrane Pracht

Johannisbrotbaum | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 16.07.2020
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Johannisbrotbaum
Mediterrane Superpflanze

La Macchia
Herbe Schönheit

Das Kalenderblatt
16.07.1951
Salingers "Der Fänger im Roggen" erscheint
Von Susi Weichselbaumer

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Johannisbrotbaum - Mediterrane Superpflanze
Autorin: Brigitte Kramer / Regie: Sabine Kienhöfer
Er ist dekorativ, anspruchslos und ergiebig. Deshalb gehört der Johannisbrot- oder Karobbaum (Ceratonia siliqua) zur Geschichte der Menschheit. In seiner Heimat am Mittelmeer schätzten ihn schon die Alten Araber und Ägypter. Sie nutzten die Kerne als Gewicht für Münzen, Gold und Edelsteine. Heute ist das Mehl der Johannisbrotkerne ein begehrtes, natürliches Verdickungsmittel. Als E-410 wird es vielen Speisen zugefügt. Aber auch alles andere ist verwertbar: Das harte Holz ist witterungsbeständig, die Schoten sind nahrhaft und gesund. Früher verfütterte man sie an Arbeitstiere, heute werden sie für die bewusste Ernährung entdeckt, als Brotaufstrich, Sirup oder Mehl. Der bis zu 20 Meter hohe, immergrüne Baum wird am Mittelmeer zur Landschaftspflege und als Erosionsschutz angepflanzt, denn seine Wurzeln gehen tief, die abgestorbenen Blätter reichern das Erdreich an und die ausladende Krone spendet Schatten. In Zeiten von Klimawandel und Ressourcenknappheit hat der Johannisbrotbaum also Zukunft: Schädlinge und Plagen können ihm nichts anhaben, Hitze und Wasserknappheit macht ihm nichts aus.

La Macchia - Herbe Schönheit
Autorin: Christiane Büld-Campetti / Regie: Susi Weichselbaumer
Alle Jahre wieder im Frühling geschieht das Wunder: Dann verwandelt sich die sonst karge Küstenlandschaft des Mittelmeerraumes für kurze Zeit in ein Blütenmeer. Der Duft von gelbem Ginster, rosa Zistrosen und violettem Lavendel vermischt sich dann mit dem Wohlgeruch von Mastix, Rosmarin und Thymian. Im Sommer ziehen diese Pflanzen sich jedoch in ihre Wurzeln zurück und werfen ihre Blätter ab, halten „Sommerschlaf“. Dieses Naturspektakel, das sich im Herbst kurz wiederholt, ist zweifelsohne ein Fest der Sinne. Gleichzeitig stellt es jedoch die Anpassungsfähigkeit der Natur unter Beweis. Denn die typisch mediterrane Macchia mit ihrem undurchdringlichen Gestrüpp aus immergrünen Krüppelbäumen und Sträuchern entsteht dort, wo man Wälder abholzt und Kulturland aufgibt. Wird der Boden anschließend durch Brände oder Überweidung weiter ausgelaugt, entwickelt sich der mediterrane Buschwald allmählich zur Garigue, die dann nur noch aus niedrigen Halbsträuchern besteht.

Moderation: Yvonne Maier
Redaktion: Matthias Eggert

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