Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Moral auf der Straße und Gewissen

Mann malt Teuflchen und Engelchen | Bild: colourbox.com

Mittwoch, 15.04.2020
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Moral im Straßenverkehr
Das Recht des Stärkeren?

Schlechtes Gewissen, gutes Gewissen
Was Moral mit uns macht

Das Kalenderblatt
15. 4.2010
Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull bricht aus
Von Simon Demmelhuber
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Moral im Straßenverkehr - das Recht des Stärkeren?
Autorin: Justina Schreiber / Regie:
Da nimmt dieser Depp einem die Vorfahrt! Hier steht ein dämlicher Bauernporsche im Weg. Und dort zischt ein Radrowdy haarscharf an einer Seniorin vorbei. Fäuste werden geschüttelt, Schimpfwörter gebrüllt. Ja, es kommt sogar zu Prügeleien und mutwilligen Rempeleien oder Tritten in eine Wagen-Karosserie. Im Straßenverkehr wandeln sich friedliche Bürger und Bürgerinnen zu angriffslustigen Unsympathen. Für acht von zehn Deutschen, so der Verein Verkehrssicherheitsrat, gehört Aggression zur Fortbewegung im öffentlichen Raum. Ohne zu fluchen, kommt man wohl nicht mehr vorwärts. Klar, der allgemeine Stresspegel steigt. Denn vor allem in den Städten schrumpft der frei verfügbare Raum und die verschiedenen Nutzergruppen geraten sich schnell ins Gehege. Aber muss man deshalb so schnell die Fassung verlieren? Fast scheint es, als bräche sich im modernen Stopp-and-go-Verkehr das Tier im Menschen Bahn - getrieben von dem Gefühl, von Feinden umgeben und selbst im Recht zu sein. Die selektive Wahrnehmung tut ein Übriges, dass Anstand und Moral schnell zur Disposition stehen.

Schlechtes Gewissen, gutes Gewissen - was Moral mit uns macht
Autorin: Veronika Wawatschek / Regie: Martin Trauner
Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich nach Australien fliege? Weil meine CO2-Bilanz mir Gewissensbisse macht? Für ein gutes Gewissen soll ich ethisch konsumieren, lässt mich die Werbung glauben. In unserer globalisierten Welt scheint einerseits alles erlaubt. Groß geschrieben wird die Freiheit des Einzelnen. Moralapostel gelten als die ewig Gestrigen. Und doch ist das Gewissen allgegenwärtig: gewissenlos, gewissenhaft, guten Gewissens, mit schlechtem Gewissen - unser tägliche Sprachgebrauch zeigt, dass die Moral nicht ausgedient hat. Zwar mögen sich Werte verändern. Gleichgültig aber reagiert kaum jemand, wenn er oder andere Normen verletzen. Der erhobene Zeigefinger, das schlechte Gewissen wie das gute, der Ruf nach der Moral - nach einer ordnenden Kraft - wird in unserer komplexen Gesellschaft schnell laut. Heute ist das Gewissen und das moralische Handeln nicht mehr nur Sache der Theologen und Philosophen. Auch die Hirnforschung hat das moralische Urteilen für sich entdeckt. Doch was ist das Gewissen? Wie kommt die Moral ins Kind? Und wie hat sich das Moralverständnis entwickelt? Ein Streifzug durch das Gewissen, das gute wie das schlechte.

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Susanne Poelchau

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