Bayern 2

Zeit für Bayern Eine kleine Kulturgeschichte des bayerischen Wetters

Illustration: Alter Bauernhof mit dramatischen Gewitterwolken und zwei Regenschirmen | Bild: colourbox.com; picture-alliance/dpa; Montage: BR

Samstag, 28.03.2020
12:05 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

"Mi würgt der Wind"
Eine kleine Kulturgeschichte des bayerischen Wetters
Von Herbert Becker
Wiederholung um 21.05 Uhr
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Das Wetter als Freizeitfaktor zu betrachten, ist neu. Über Jahrhunderte hinweg spielte das Wetter - gerade im landwirtschaftlich geprägten Bayern - eine existenzielle Rolle. Intensiv haben es die Menschen von frühester Zeit an beobachtet; sie haben versucht, aus dem Verhalten von Tieren und Pflanzen auf das kommende Wetter zu schließen, sie haben ihr Augenmerk auf Wolken und Wind, auf atmosphärische Erscheinungen und auf Planetenkonstellationen gerichtet, und sie haben versucht, Regelmäßigkeiten feststellen. Wo sie diese sahen, haben sie ihre Erkenntnisse in Reime gefasst und damit die Wetterregeln geschaffen.

Das Wetter zu beobachten ist das Eine, es beeinflussen zu wollen, das Andere. Die Zahl der diesbezüglichen Versuche ist unüberschaubar groß. Bei Flurumgängen fleht man die Wetterheiligen um günstiges Wetter an. Um Blitzeinschlag zu verhindern, pflanzte man Hauswurz auf das Dach oder hängte geweihte Palmkätzchen in den Speicher. Braute sich ein Gewitter zusammen, läutete man die Kirchenglocken, schoss in die Luft und zündete schwarze Kerzen an. Doch das Wetter seinerseits beeinflusst auf vielerlei Weise das Befinden des Menschen. Das bekannteste bayerische Wetterphänomen ist der Föhn, der Kopfweh und Migräne genauso wie euphorische Stimmungen verursachen kann. Doch abgesehen davon können körperliches wie seelisches Befinden im engen Zusammenhang mit dem Wetter stehen; sehr deutlich bringt das Emerenz Meier in ihrem Gedicht "Wöderschwüln" zum Ausdruck. Es ist bei weitem nicht das einzige Beispiel dafür, dass sich Wettererscheinungen in der Literatur niederschlagen. Wieder und wieder haben Dichter Wolkenstimmungen oder rasende Gewitter geschildert, beschrieben wie Menschen mit dem Wetter umgehen oder in Liedern den gefährlichen Böhmischen Wind sowie die laue Maienluft besungen. In seinem Feature "Mi würgt der Wind" unternimmt Herbert Becker einen unterhaltsamen Streifzug durch die Kulturgeschichte des bayerischen Wetters.
(Wiederholung vom 9. April 2012)

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