Bayern 2

radioWissen Scham und Trauma

Viele Finger zeigen auf einen Mann, der sich die Hände vor die Augen hält | Bild: colourbox.com

Mittwoch, 26.02.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Scham
Das quälende Gefühl, bloßgestellt zu sein

Trauma
Wenn die Seele verletzt wird

Das Kalenderblatt
26.2.1109
Edigna von Puch gestorben, Baumbewohnerin
Von Brigitte Kohn
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Scham - das quälende Gefühl, bloßgestellt zu sein
Autorin: Prisca Straub / Regie: Kirsten Böttcher
Scham lauert überall. Jeden Tag. Und kann uns unerwartet intensiv treffen. Wir haben etwas erlebt oder getan, von dem wir sicher sind, dass es das Umfeld nicht akzeptiert. Wir fühlen uns verurteilt, vielleicht sogar mit unserem ganzen Wesen in Frage gestellt. Wer sich schämt, empfindet eine existenzielle Beschädigung. Deshalb gehört Scham zu den unangenehmsten Gefühlen überhaupt. Gleichzeitig haben uns Schamgrenzen als soziale Lebewesen auch enorm erfolgreich gemacht. Scham gehört zu unserer menschlichen Grundausstattung dazu - und ist in allen Kulturen vorhanden. Doch: Die Auffassungen davon, was als beschämend gilt, sind sehr unterschiedlich. Jede Kultur schämt sich anders.

Trauma - wenn die Seele verletzt wird
Daniela Remus / Regie: Sabine Kienhöfer
Kriegserlebnisse, Naturkatastrophen, Vergewaltigungen oder Folter, solche Erfahrungen können traumatisieren. Aber auch Verkehrsunfälle, Mobbing oder Vernachlässigungen. Als Traumata bezeichnen Psychologen seelische Verletzungen, die ein Mensch erlebt, wenn sein inneres System durcheinandergewirbelt wird, wenn Unmengen von Stresshormonen ausgeschüttet werden und dieser Alarmzustand bestehen bleibt. Ob einschneidende, schockierende Erlebnisse als Trauma nachwirken, hängt nicht nur von den objektiven Ereignissen ab, sondern auch vom inneren Erleben. Manche Menschen überstehen selbst existentiell bedrohlichste Erfahrungen psychisch relativ stabil, während andere ihr Leben lang davon gezeichnet sind. Unbehandelte Traumata können zu lebenslangen Folgestörungen führen. Sie verursachen Depressionen, Schlafstörungen und Angststörungen oder machen die Betroffenen aggressiv. Erst allmählich erkennen die Wissenschaftler, was Traumata alles bewirken: Sie können sogar das Erbgut verändern und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Trauma-Ambulanzen und neuartige Therapien sollen helfen.

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Susanne Poelchau

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