Bayern 2

Evangelische Perspektiven Tiere als Ersatzteillager?

Sonntag, 12.01.2020
08:30 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Tiere als Ersatzteillager?
Die ethischen Fragen der Xenotransplantation
Von Barbara Schneider
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Als Japan in diesem Jahr das Experimentieren an Mischwesen aus Mensch und Tier erlaubte, war die Aufregung weltweit groß. Sofort brach eine breite Debatte darüber los, inwiefern solche Chimären ethisch vertretbar sind. Forscher erhoffen sich, in den genetisch veränderten Tieren menschliche Organe zu züchten, die später als Spenderorgane in einen Menschen implantiert werden können.
Noch ist das Zukunftsmusik, aber die Forschung zur sogenannten Xenotransplantation - also der Transplantation von Tier-Organen in den Menschen - hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Als Durchbruch gilt vielen ein Versuch von Forschern aus Bayern: Sie implantierten Pavianen Schweineherzen. Einer der Affen überlebte 195 Tage. Werden also schon bald todkranke Patienten Schweineherzen als Organspenden erhalten?
Aus Sicht von Wissenschaftlern spricht viel für diese Art von Forschung. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit gibt es zu wenige Organspenden.
Allein in Deutschland erhält der "Stiftung Organspende" zufolge nur jeder zehnte wartende Patient auch tatsächlich ein Spenderorgan. Die Hoffnung ist groß, dank Xenotransplantation neue Lösungen für Schwerkranke zu finden.
Gleichzeitig schlagen jedoch auch Tierethiker Alarm und warnen vor einer Verzweckung von Tieren. Sie warnen davor, in Tieren nur noch Ersatzteilspender für den Menschen zu sehen. Aus ethischer Sicht stellt sich die Frage: Wie steht es um das Tierwohl und die Rechte der Tiere bei der Xenotransplantation? Barbara Schneider über das ethische Für und Wider des neuen Forschungszweigs.