Bayern 2

"Hundert Schätze aus tausend Jahren" - Bayerische Landesausstellung 2019/2020 radioWissen Gewissen und Bildung in Bayern vor 500 Jahren

Porrät Conrad Peutinger | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 23.09.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Eine Täuferin um 1500
Susanna Daucher

Humanismus in Bayern
Peutinger, Aventinus & Co.

Das Kalenderblatt
23.9.1885
Carl Auer von Welsbach erhält Patent auf den Auer-Glühstrumpf
Von Hellmuth Nordwig
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Eine Täuferin um 1500 - Susanna Daucher
Autorin: Ulrike Beck / Regie: Martin Trauner
Wer ist Susanna Daucher? Eine Frau aus dem 16. Jahrhundert, die wegen einer einzigen mutigen Aktion in die Augsburger Stadtgeschichte Eingang gefunden hat, als Gesicht einer Zeit, in der Menschen für ihren Glauben verfolgt und bestraft wurden. Susanna Daucher war eine Anhängerin der Täuferbewegung, einer Glaubensgemeinschaft, die als gemeinsames Credo die Kindstaufe ablehnt und nach urchristlichem Vorbild leben will. Die Täufer galten allerdings als sozialrevolutionäre Keimzelle, deren Anhänger verfolgt und bestraft wurden. Dennoch geht Susanna Daucher am Ostersonntag des Jahres 1528 das Risiko ein und lädt Glaubensbrüder und -schwestern zu sich nach Hause ein. Sie werden verraten, es kommt zum Prozess. Susanna Daucher muss nach dem Urteil für immer die Stadt verlassen. Kurz darauf verliert sich ihre Spur. Sie konnte 1528 noch nicht ahnen, dass im 20. Jahrhundert eine mennonitische Gemeinde in Augsburg sehr aktiv ist. Dass es rund 500 Jahre nach ihrer Verbannung Menschen gibt, die genau den Glauben leben, für den sie damals alles riskiert hat.

Humanismus in Bayern - Peutinger, Aventinus & Co.
Autor: Ulrich Zwack / Regie: Martin Trauner
Auf dem Boden des heutigen Freistaates Bayern gab es zu Beginn der frühen Neuzeit noch etliche typisch spätmittelalterliche Kraftprotze. Herzog Christoph der Starke z. B. konnte angeblich beim Hochsprung einen in 3,60 Meter Höhe eingeschlagenen Nagel von der Wand treten. Daneben gab es aber selbst in bayerischen Fürstenkreisen auch schon Menschen von feinerer Gesittung und Lebensart. So unter anderen Christophs Bruder Albrecht, der nicht von ungefähr den Beinamen der Weise trug. Sie huldigten bereits damals der Rückkehr zu den Errungenschaften der Antike, was unter Begriffen wie Humanismus und Renaissance propagiert wurde. Die Wiege von Renaissance und Humanismus stand in Italien. Schon aufgrund der geographischen Nähe spielte das heutige Bayern eine wichtige Rolle beim Transport der neuen Ideen über die Alpen. Die wohlhabenden Reichs- und Handelsstädte Augsburg und Nürnberg wurden geradezu zu Umschlagplätzen für das neue Gedankengut. Und Namen wie Konrad Celtis, Aventinus, Konrad Peutinger oder Willibald Pirckheimer beweisen, dass im heutigen Bayern Humanisten von Rang gelebt und gewirkt haben.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

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