Bayern 2

Katholische Welt Die Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

Sonntag, 15.09.2019
08:05 bis 08:30 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Widerstand im Namen Gottes
Die Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Von Antje Dechert

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Sie verteilen ihre Zeitschrift "Der Wachturm" in Fußgängerzonen. Und klingeln bei jedem Wetter an Haustüren, um für ihren Glauben zu werben: Die Zeugen Jehovas. Wegen ihres exklusiven Anspruchs, die einzig wahre christliche Lehre zu vertreten, stehen sie oft in der Kritik. Wie man die Gemeinschaft auch bewertet - unzweifelhaft ist, dass sich die Zeugen Jehovas zur Zeit des Nationalsozialismus etwas trauten, wozu die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht im Stande war: nämlich Widerstand zu leisten. Zu keinem Zeitpunkt haben die Zeugen Jehovas die Nazi-Herrschaft mitgetragen. Sie stellten ihren Gott und seine Gebote über Hitler und den NS-Staat. Sie lehnten den Führer-Kult ab, schickten ihre Kinder nicht zur Hitlerjugend, traten nicht in die NSDAP ein und gerieten so in scharfen Gegensatz zum Regime, das seinen Bürgern unbedingte Gefolgschaft abverlangte. Viele kostete das ihr Leben. Eltern, die der Gemeinschaft angehörten, entzog der NS-Staat das Sorgerecht für ihre Kinder. Diese wurden oft in Umerziehungslager und schließlich in katholische Kinderheime gebracht. Auch die heute 88-jährige Österreicherin Hermine Liska kam 1942 auf diese Weise ins katholische Adelgundenheim in München. In der Katholischen Welt erzählt sie von ihrer Kindheit als Zeugin Jehovas im Nationalsozialismus.

Glaube und Leben

Die Katholische Welt thematisiert Fragen aus den Bereichen Christentum und Kirche, Religion und Gesellschaft. Ganz wichtig: Der Dialog - in der Kirche, zwischen den Kirchen, mit den Weltreligionen.