Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung Digitale Verbrechensvorhersage

Donnerstag, 12.09.2019
18:05 bis 18:30 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Digitale Verbrechensvorhersage
Chancen und Risiken von "Predictive Policing“
Von Lukas Grasberger
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Die Zukunft der Verbrechensbekämpfung, wie sie der Science-Fiction-Thriller "Minority Report“ zu Beginn des Jahrtausends zeichnete, wird langsam Wirklichkeit. Delikte vorhersagen und verhindern: Das schaffen heute indes nicht wie im Hollywood-Streifen Hellseher - sondern digitale Rechentechnik. Mehrere Bundesländer testen bereits Software für "Predictive Policing", in München läuft das Programm "Precobs“ seit 2016 im Regelbetrieb. Die Software lernt aus Einbrüchen, die es bereits gegeben hat - und prognostiziert aufgrund von Wahrscheinlichkeiten künftige Delikte. Polizeistreifen können so in gefährdeten Gebieten frühzeitig sowie verstärkt präsent sein, Täter dadurch auch abschrecken. Praktiker wie Politiker loben "Precobs“: Die Einbrüche nähmen ab, die Festnahmen zu. Doch an der Aussagekraft dieser Statistik gibt es Zweifel - wie auch an der Funktionsweise solcher Software generell. Denn in den USA erstellen Prognose-Programme bereits Listen potenzieller Straftäter - nach kaum nachvollziehbaren Kriterien und auch ohne dass sich Personen schon etwas zu Schulden kommen haben lassen. Bürgerrechtler warnen vor digitaler Diskriminierung, die bereits jetzt zur schikanösen Kontrolle vor allem von Bewohnern ärmerer Viertel führe.

Redaktion: Iska Schreglamnn

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