Bayern 2

Zeit für Bayern Nicht mit uns!

Uranpechblende | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 24.08.2019
12:05 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Die Rebellen von Ermershausen
Der Kampf eines unterfränkischen Dorfes um seine Selbständigkeit
Von Eberhard Schellenberger

Steinreiche Oberpfalz
Der lange Weg nach Wackersdorf
Von Harald Grill

Wiederholung um 21.05 Uhr
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Die Rebellen von Ermershausen
Der Kampf eines unterfränkischen Dorfes um seine Selbständigkeit
Von Eberhard Schellenberger
Wiederholung vom 19. Mai 2018

Es ist die Nacht zum 19. Mai 1978 als hunderte Polizisten der Bayerischen Bereitschaftspolizei das kleine Dorf Emershausen stürmen. Ermershausen liegt im Landkreis Haßberge, drei Kilometer von der Grenze zur DDR entfernt, und weigert sich nach der Gebietsreform ins benachbarte Maroldsweisach eingemeindet zu werden. Der bayerische Innenminister Seidl hatte angeordnet mit Polizeigewalt die Gemeindeakten aus dem Rathaus zu holen. Das Dorf ist im Ausnahmezustand, Sirene und Glockengeläut wecken die Bürger, über Nacht wird der kleine Ort bundesweit als "Rebellendorf“ bekannt. Einige Bürger wollen aus Protest auf das Gebiet der DDR marschieren, der damalige Bürgermeister Adolf Höhn hält sie kurz vor dem Grenzzaun auf: "Um Gottes Willen, macht das nicht, wir werden wieder frei, wir geben nicht auf.“ Ein jahrelanger Kampf um die Selbstständigkeit beginnt und tatsächlich: Zum 1. Januar 1994 erhält Ermershausen mit einem eigenen vom Landtag verabschiedeten Gesetz seine Selbstständigkeit wieder. Eberhard Schellenberger zeichnet 40 Jahre später diesen bis heute bundesweit einmaligen Kampf nach Eigenständigkeit nach - und fragt, wie sich die Nachbardörfer Maroldsweisach und Ermerhausen heute vertragen.

Steinreiche Oberpfalz
Der lange Weg nach Wackersdorf
Von Harald Grill
Wiederholung vom 9. Juni 2018

Die steinigen Böden der Oberpfalz gaben nie viel her. Man sprach nicht ohne Grund von der "Steinpfalz“. Angefangen bei den sagenumwobenen Venetianern, den exotischen Schatzsuchern aus der Fremde, schien aber so mancher hier Reichtümer unter der Erde zu riechen, wie Wildschweine die Trüffel. Wegen der Eisenerzvorkommen nannte man die Oberpfalz sogar die "Waffenkammer des Mittelalters“. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden im Windschatten des Wettrüstens entlang der Grenze zu Bayern auf tschechischer Seite mehrere Bergwerke zur Förderung von Uran für die sowjetischen Atombomben.
1956 vergab Franz Josef Strauß, damals Bundesminister für Atomfragen, die Schürfrechte für Bayern, zunächst fürs Fichtelgebirge, dann für die Oberpfalz. Versuchsbergwerke brachten wenig Ausbeute. So änderte Strauß die lang gehegten Pläne für den heimischen Uranabbau und favorisierte eine Anlage zur Wiederaufbereitung abgebrannter Kernbrennstäbe in Wackersdorf. Diese Zeiten sind vorbei. Man ist nur noch auf der Suche nach einem sicheren Endlager.
Harald Grill reist durch die Oberpfalz und erkundigt sich bei Minerialiensammlern nach Fluch und Segen des unterirdischen Reichtums.

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