Bayern 2

Zündfunk extra Popkultur am Feiertag

Sonntag, 20.05.2018
19:05 bis 21:00 Uhr

Bayern 2

19.05 Auf ein Stück Kuchen mit Golineh Atai, ARD-Korrespondentin in Moskau
Mit Shahrzad Osterer
20.00 Nachrichten, Wetter, Verkehr
20.05 "Wir sind die Botschaft" - Christian Burchards Reise mit Embryo durch die Musikkulturen der Welt
Von Alexandra Martini
Diese Sendung zum Nachhören unter: www.bayern2.de/zuendfunk

Auf ein Stück Kuchen mit Golineh Atai, ARD-Korrespondentin in Moskau
Wer bist Du? Woher kommst? Wohin ziehst du? Was ist Heimat? Das sind die zentralen Fragen von "Auf ein Stück Kuchen mit…", der neuen Interview-Rubrik im Zündfunk. Autorin Sharzhad Osterer hat selbst eine sehr bewegte Biografie: Geboren und aufgewachsen in Teheran, Flucht im ersten Iran-Irak Krieg mit ihrer Familie aus der Hauptstadt ans Kaspische Meer, Studium in Deutschland, Heirat mit einem Deutsch-Israeli - von daher Rückkehr in den Iran nahezu unmöglich. Wo ist zuhause, Mama?
Für ihre Interviews zu Kaffee und Kuchen trifft sich Osterer mit mehr oder weniger prominenten Persönlichkeiten, die Brüche haben in ihrer Biografie. Es wird um Fragen des Fremdseins und des Dazugehörens gehen, um Fragen der Identität: Was ist deutsch; wie deutsch muss ich sein, um hier anzukommen? Vor allem aber geht es darum, was das Leben der beiden Gesprächspartner prägt und bis heute ausmacht.
Diesmal zu Gast. Golineh Atai, mehrfach preisgekrönte Journalistin. Sie selbst ist auch im Iran geboren, mit fünf Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen, wuchs in Hoffenheim auf und ist derzeit das souveräne Gesicht der ARD in Moskau, kassiert dabei aber eine Menge Hass und Morddrohungen.
Wiederholung vom 12.05.2018

"Wir sind die Botschaft" - Christian Burchards Reise mit Embryo durch die Musikkulturen der Welt
Im Jahr 1969 gründet Christian Burchard die Band Embryo. Gemeinsam mit Amon Düül II, Can, Kraftwerk und anderen Bands sind sie die Vorreiter des Krautrock. Zehn Jahre später, die Aufbruchsstimmung der 68er ist vorbei, nimmt Embryos Weg eine neue Wendung: Mit drei Bussen und ihren Instrumenten reisen sie auf dem Landweg bis nach Indien und werden zu Pionieren der "Weltmusik", lange bevor es den Begriff überhaupt gibt. Bis heute vertieft Embryo die Auseinandersetzung mit afghanischer, indischer und nordafrikanischer Musik - beschäftigt sich mit Vierteltönen, Mikrotönen und am liebsten mit ungeraden Rhythmen wie einem 41-Achteltakt. Christian Burchard steht nie still: üben, spielen, touren, aufnehmen. Über 400 Musiker spielen über die Jahrzehnte bei Embryo mit, darunter Fela Kuti und Jazzgrößen wie Mal Waldron und Charlie Mariano oder Meistermusiker aus Marokko, Indien, China und Nigeria; aber auch Franz Ferdinand-Gitarrist Nick McCarthy.
International berühmt einerseits, andererseits ist die Band in Deutschland oft unter dem Radar der Öffentlichkeit geblieben. Christian Burchard war auch ein politischer Mensch. Bis zuletzt blieb er unabhängig von der Musikbranche, spielte lieber in kleinen Kulturzentren als bei kommerziellen Veranstaltungen und hatte ein Anliegen: Die Welt durch die Musik zusammenzubringen. Am 17. Januar ist er im Alter von 71 Jahren verstorben. Wir blicken auf sein Lebenswerk und schauen auch nach vorn, denn seine Tochter Marja, mittlerweile wie ihr Vater Multiinstrumentalistin, tritt das Erbe ihres Vaters an und führt Embryo weiter. Wiederholung vom 18. Februar 2018