Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung Syphilis, Chlamydien und Co.

Syphilis-Erreger "Treponema pallidum" | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 17.05.2018
18:05 bis 18:30 Uhr

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Bayern 2

Syphillis, Chlamydien und Co.
Kehren die Geschlechtskrankheiten zurück?
Von Yvonne Maier

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Syphilis - das galt früher als die Krankheit, die für ein allzu freizügiges Leben bestrafte. Heute wissen wir: Syphilis wird hervorgerufen durch Bakterien und lässt sich mit Penizillin hervorragend behandeln. Mit Sexualmoral hat das wenig zu tun. Vor allem seit den 1980er-Jahren, als die Angst vor Aids groß war, gingen Geschlechtskrankheiten im Westen insgesamt zurück: Kondome und Safer Sex taten ihre Wirkung. Doch was Ärztinnen und Ärzte verwundert: Seit 2010 tauchen diese Krankheiten wieder häufiger auf. Syphilis hauptsächlich bei homosexuellen Männern, aber auch Chlamydien werden wieder öfter diagnostiziert. Das Problem: Oft wissen die Betroffenen gar nicht, dass sie sich angesteckt haben, weil ihnen die Symptome unbekannt sind. Juckreiz im Schambereich ist nur eines davon, bei dem man dringend einen Facharzt aufsuchen sollte. Geschlechtskrankheiten sollte man nicht unterschätzen, Syphilis kann im Endstadium Organe schädigen, Chlamydien können Frauen unfruchtbar machen. Woher der Anstieg der letzten Jahre kommt, ist nicht ganz geklärt, Experten vermuten unter anderem das veränderte Dating-Verhalten und eine verringerte Angst vor Aids, das heute mit Medikamenten gut behandelt werden kann. Aber wenn Safer Sex aus den Köpfen verschwindet, kann das schlimme Folgen haben.

Redaktion: Sabine Straßer

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