Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung Die Welt erkennen und verstehen

Donnerstag, 16.03.2017
18:05 bis 18:30 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Open Access
Forschungsergebnisse frei zugänglich für jedermann?
Von Martin Schramm
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Kritiker sprechen von einer "Zeitschriftenkrise": In den letzten Jahrzehnten hätten wenige marktbeherrschende Konzerne die Preise für wissenschaftliche Zeitschriften diktiert; so hätten wenige "Monopolverlage" eine "Lizenz zum Gelddrucken" erworben. Mit fatalen Konsequenzen: Forschungsergebnisse, die mit öffentlichen Geldern erarbeitet worden sind, wären nicht frei zugänglich, sondern würden künstlich "verknappt". Der Staat zahle folglich doppelt: Für die Forschungsergebnisse selbst - und, um diese für seine öffentlichen Bibliotheken von kommerziellen Verlagen dann teuer wieder zurückzukaufen."

Längst wurde ein möglicher Ausweg aus dieser Krise gesichtet: "Open Access". Die Idee: Staatlich subventionierte Forschungsergebnisse sollen konsequent frei verfügbar sein: online für jedermann, jederzeit - und vor allem: umsonst. Finanzieren soll sich das, indem nicht, wie bisher, der Leser, sondern der Autor zahlt: eine Art Bearbeitungsgebühr für Begutachtung, Redaktion, Distribution usw. - Doch ist das wirklich die "goldene" Lösung? Welche Folgen hat es beispielsweise, wenn wissenschaftliche Beiträge gegen Bezahlung veröffentlicht werden? Werden dann selbst Studien mit strittigem Inhalt einfach durchgewunken, weil gilt: "Masse" ist wichtiger als "Klasse"? Sind am Ende kommerzielle Interessen wichtiger als inhaltliche Sorgfalt?

Martin Schramm stellt in "IQ - Wissenschaft und Forschung" die Vision vom frei zugänglichen Forschungswissen für jedermann vor - und fragt, wo das Prinzip "Open Access" in der Praxis an seine Grenzen stößt.

Redaktion: Wolfgang Kasenbacher

Die Welt erkennen und verstehen

Jeden Tag entdecken Forscher etwas Neues - irgendwo auf der Welt. Behalten Sie mit uns den Überblick: Wir erklären Ihnen, was davon wirklich wichtig ist - in den Naturwissenschaften und der Medizin, in den Geistes- und Sozialwissenschaften.