Bayern 2

radioWissen Philosophie der Naturverbundenheit

Ökosystem Wald | Bild: Creativ Collection

Mittwoch, 15.03.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Ohne Natur verkümmern wir!
Der Mensch als ökologisches Wesen

Vision Quest
Sinnsuche in der Wildnis

Das Kalenderblatt
15.3.1973
Genre des "Lederhosenfilms" begründet
Von Prisca Straub

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Ohne Natur verkümmern wir! - Der Mensch als ökologisches Wesen
Autorin: Karin Lamsfuss / Regie: Sabine Kienhöfer
Mensch und Natur: Beides ist strikt voneinander getrennt. Diese dualistische Vorstellung durchzieht die gesamte Philosophiegeschichte von der Antike bis in die Neuzeit. Beinahe blind folgte der Mensch dem biblischen Schöpfungsauftrag und verschaffte sich „Macht über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh und alle Tiere auf der Erde“. Das Resultat kann er heute betrachten: Aktuell findet das größte Artensterben seit 65 Millionen Jahren statt, begleitet von einer gigantischen Umweltzerstörung. Der Mensch wollte die Natur bändigen und fügte sich dabei selbst den größten Schaden zu. Eine neue Bewegung löst dieses alte dualistische Prinzip ab: Der Mensch, der sich über Jahrhunderte gottgleich aufspielte, darf nicht mehr getrennt agieren, mahnen Philosophen, aber auch Soziologen und Theologen. Denn er ist zutiefst mit allem Lebendigen auf der Erde verbunden. Er braucht die Natur zur Kontemplation, als Rückzugsort. Sie lehrt ihm Demut und Respekt und spiegelt die ganz großen Menschheitsthemen wie Entstehen und Vergehen. Schadet er der Natur, schadet er am meisten sich selbst.

Vision Quest - Sinnsuche in der Wildnis
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Martin Trauner
Menschen wandeln sich. Sie werden geboren, wachsen heran, reifen, werden alt und sterben. Diese Phasen und Schwellen im Rad des Lebens werden in fast allen Kulturen seit dem Beginn der Menschheit mit Übergangsritualen in der Natur markiert und bestätigt. Sie haben den Menschen geholfen, die krisenhaften Wandlungszeiten zu durchstehen, ihnen Sinn zu geben und zudem geholfen, Menschen reifen zu lassen. Nur die moderne westliche Welt hat diese alte Tradition vergessen. Das führt dazu, dass besonders Jugendliche es mehr als schwer haben, die Schwelle zum Erwachsensein zu nehmen. Ersatzrituale bestimmen das Feld, die nicht selten dramatisch enden. Seit rund 40 Jahren aber werden in der modernen Welt die alten Rituale wieder entdeckt, in ihrer archetypischen Form erforscht und den modernen Bedingungen angepasst. Unter dem Namen 'Visionssuche' werden sie in der Erwachsenenbildung ebenso angewendet wie in Schulen, sozialen Einrichtungen und Kirchen. Es scheint, als würde das Wissen aus der grauen Vorzeit uns helfen, mit den komplexen Problemen der Gegenwart besser fertig zu werden.

Redaktion: Bernhard Kastner
Moderation: Florian Kummert

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