Bayern 2

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Montag, 24.10.2016
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Die Geräusche des Lebens
Eine Kulturgeschichte des Lärms

Das absolute Gehör
Wissenschaftler erforschen ein Faszinosum

Das Kalenderblatt
24.10.1929
Virginia Woolfs "Ein eigenes Zimmer" erscheint
Von Gabriele Bondy

Als Podcast verfügbar

Die Geräusche des Lebens - Eine Kulturgeschichte des Lärms
Autor: Christoph Gurk / Regie:
Die Natur kennt keinen Lärm. Denn Lärm ist immer vom Menschen gemacht: Er entsteht erst in unserem Kopf, durch ein Geräusch, das jemanden stört. Lärm ist also ein kulturelles Phänomen, fest verbunden mit den Zeichen der Zeit. Sklaven durften einst nicht sprechen und das Stampfen von Maschinen wurde erst als "Brummen des Fortschritts" empfunden, dann als Belästigung. Was Lärm ist, legen meist jene Menschen fest, die die Regeln machen - die Herrschenden also oder die Eliten in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Die anderen dagegen verursachen den Lärm: Presslufthämmer, partyfeiernde Nachbarn, tobende Kinder. Anti-Lärm-Vereine vergeistigter Professoren kämpfen gegen laute Rüpel, Bauern kämpfen mit Katzenmusiken gegen die Obrigkeit und Jugendliche besetzen akustisch ihr Terrain.

Das absolute Gehör - Wissenschaftler erforschen ein Faszinosum
Autorin und Aufnahmeleiterin: Yvonne Maier
Es gilt als die musikalische Fähigkeit schlechthin: das absolute Gehör. Wer absolut hört, der kann einen Ton, wenn er erklingt, sofort benennen. Genauso, wie die allermeisten sehen, dass die Blätter an den Bäumen grün sind. Das Absoluthören ist eine Spezialdisziplin des Gehirns, das sich die allermeisten Menschen mit der Entwicklung der Sprache abgewöhnt haben. Säuglinge hören dagegen noch absolut. Aber nur wer im Kindesalter das absolute Hören trainiert, der wird sich diese Fähigkeit bis ins Erwachsenenalter beibehalten können. Ob man davon einen Nutzen hat, ist allerdings fraglich. Musiker können genial sein - mit und ohne absolutes Gehör. Manchmal ist es sogar hinderlich. Wenn ein Musikstück um einen Halbton tiefer gespielt werden soll, als notiert, wie das mit Barockmusik zum Beispiel häufig passiert, verzweifeln Absoluthörer häufig, weil sie jede einzelne Note auf dem Papier um einen Halbton runterrechnen müssen. Für sie klingt die Musik sonst verstimmt. Wissenschaftler erforschen das Faszinosum "Absolutes Gehör" und versuchen herauszufinden, was sich im Gehirn abspielt, wenn Absoluthörer Klänge vernehmen.

Redaktion: Gerda Kuhn
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