Bayern 2

     

radioWissen am Nachmittag Der Deutsche Bund und Habsburg

Standbild von Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke im Tiergarten Berlin | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 18.07.2016
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Preußens Durchbruch
Die Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866

Kronprinz Rudolf
Österreichs verlorene Chance

Das Kalenderblatt
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Münchener Stadtrat fordert zur Benutzung der neu eingeführten Zebrastreifen auf
Von Andreas Miekisch

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Preußens Durchbruch - Die Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866
Autor: Thomas Grasberger / Regie: Martin Trauner
Als am Abend des 3. Juli 1866 der letzte Schuss gefallen war, hatte sich die Welt grundstürzend verändert, obwohl das auf Anhieb wohl nicht zu erkennen war. Die politischen Auswirkungen der Kämpfe im Nordosten Böhmens waren so tiefgehend, dass sie weit ins 20. Jahrhundert hinein reichten. 215.000 Österreicher unter dem Feldzeugmeister Ludwig August Ritter von Benedek waren an jenem Dienstag gegen 221.000 Preußen unter Heerführer Helmuth von Moltke beim Dorf Sadowa angetreten. Eine verlustreiche Begegnung, die als Schlacht von Königgrätz in die Bücher einging, obwohl in der Stadt kein einziger Schuss gefallen war. Mit dem Sieg Preußens über die Armeen Österreichs und Sachsens stieg das aufstrebende Hohenzollern-Königtum zur Führungsmacht in Deutschland auf. Es war ein dunkler Tag für die alte Großmacht Österreich, die nur wenige Wochen nach dieser Entscheidungsschlacht im Frieden von Prag der geplanten Neugestaltung Deutschlands unter preußischer Führung zustimmen musste. Ein dunkler Tag war es auch für das militärisch schwache Bayern, dessen Truppen zu spät kamen und nicht an den Kämpfen teilnahmen. Vorbei war damit der Traum vom selbstständigen Bayern. Mit der Schlacht war der Weg frei für eine kleindeutsche Lösung und für Bismarcks Reichsgründung 1871. Mit Königgrätz sollte auch die Epoche der Massenheere, der einflussreichen Militärs, der säbelrasselnden Kaiser und schließlich der Weltkriege einsetzen.

Kronprinz Rudolf - Österreichs verlorene Chance
Autorin: Isabella Arcucci / Regie: Susi Weichselbaumer
Kaiser Franz Josef nannte seinen einzigen Sohn und Thronerben von klein auf "Krepierl", weil er so scheu und schwächlich war. Sisi hingegen interessierte sich mehr für ihre Schönheit, als für die seelischen Nöte ihres Sohnes. Kronprinz Rudolfs tragischer Tod in Mayerling, gemeinsam mit der Komtess Mary Vetsera, scheint daher das schlüssige Ende einer labilen, unglücklichen Persönlichkeit zu sein. Und bis heute wird wild spekuliert: War es Doppelselbstmord, oder doch Mord? Dabei liegt die wahre Faszination der historischen Figur des Kronprinzen Rudolf nicht in seinem Tod, sondern in seinem Leben. Rudolf war ein anerkannter Naturforscher, ein Kämpfer für liberale politische Ideen und ein erbitterter Gegner von Antisemitismus und Rassismus, die sich Ende des 19. Jahrhunderts im Habsburger Vielvölkerstaat immer lauter bemerkbar machten. Mit seinen Ansichten machte Rudolf sich viele Gegner, darunter auch der eigene Vater. Kaiser Franz Joseph hielt seinen Sohn von den Regierungsgeschäften fern. Dabei hätte er von Rudolfs politischem Weitblick vielleicht profitieren können - bevor es für das Kaiserreich zu spät war.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Thomas Morawetz

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