Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Das Auto fährt und fährt und fährt …

Abgas-Katalysator | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 06.06.2016
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Der Kat in Deutschland
Wie die Autoindustrie auf die Bremse trat

Autonomes Fahren
Wer haftet, wenn es kracht?

Das Kalenderblatt
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Der Herzog von Württemberg erlässt eine Spatzensteuer
Von Xaver Frühbeis

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Der Kat in Deutschland - Wie die Autoindustrie auf die Bremse trat
Autor: David Globig
"Innovationen made in Germany" - damit wirbt die deutsche Autoindustrie seit Jahrzehnten. Doch ausgerechnet als es darum ging, etwas für die Umwelt zu tun, mauerten die Konzerne. Die Einführung des Fahrzeugkatalysators ist die Geschichte einer erfolgreichen Verzögerungstaktik. Erfunden wurde der Kat bereits in den 1950er Jahren in den USA - von einem Ingenieur französischer Herkunft. Der hatte sich schon eine Weile lang mit der Frage beschäftigt, welchen Anteil Autoabgase an der Luftverschmutzung haben. 1956 erhielt er das Patent für einen Abgaskatalysator, der schädliche Verbrennungsprodukte in harmlose Stoffe umwandelt. Allerdings war die Erfindung noch nicht serienreif. Auf den Markt kam der Katalysator schließlich Anfang der 1970er Jahre. Vorreiter waren die USA. Dort setzte er sich tatsächlich auch rasch durch. In Europa dauerte es hingegen über zehn Jahre länger. Deutschland begann z.B. erst 1985 mit der Einführung des Drei-Wege-Katalysators. Und die lief anfangs auch noch recht zögerlich. Statt die Werbetrommel für saubere Fahrzeuge zu rühren, argumentierten deutsche Automobilmanager nämlich lieber gegen den Kat: Er würde die Fahrzeuge wesentlich teurer machen. Der damalige VW-Chef meinte sogar ganz unverblümt: "Ich verkaufe lieber ein Auto ohne Kat als ein Auto weniger." Erst eine steuerliche Förderung und drohende Fahrverbote bei Ozonalarm für Pkw ohne geregelten Katalysator verhalfen dem Kat auch bei uns zum Durchbruch.

Autonomes Fahren - Wer haftet, wenn es kracht?
Autor und Regie: Martin Schramm
"Autonomes Fahren" soll den Verkehr auf unseren Straßen revolutionieren. Das Auto soll sich zunehmend in eine Art "kognitives Wesen" verwandeln, das seine Umgebung wahrnimmt, Verkehrssituationen bewertet und dann eigenständig entscheidet. Selbständig fahrende Autos sollen so helfen, den immer dichteren Verkehr in unseren Großstädten stressfrei und vor allem unfallfrei zu meistern.
Als Fahrer fragt man sich allerdings: Wenn das "smarte Auto" immer öfter das Steuer übernimmt, wer haftet dann, wenn es doch mal kracht? Egal ob beim "assistierten Fahren", beim "hochautomatisierten Fahren" oder beim "Robotertaxi", wo dann gar kein Mensch mehr am Steuer sitzt? Heikel wird es vor allem dann, wenn Systeme den Fahrer nicht nur unterstützen, sondern selbständig Entscheidungen treffen: Wenn sie also selbständig lenken, beschleunigen oder abbremsen. Kann der Fahrer so ein System überhaupt noch kontrollieren? Und vor allem: Wenn etwas schief geht, wer hat dann die Beweislast? Muss der Fahrer dann am Ende dem Hersteller nachweisen, dass sein Auto fehlerhaft konstruiert ist, und dass genau dieser Fehler ursächlich war für einen entsprechenden Schaden?
Kritiker befürchten daher bereits, "autonomes Fahren" könnte bedeuten, dass auch "Big Brother" immer mitfährt: Eine Art "Blackbox" an Bord könnte verpflichtend werden, um sämtliche Aktivitäten des Fahrzeugs zu überwachen und zu protokollieren, damit strittige Fälle überhaupt geklärt werden können. Und wer keine Lust hat auf eine derartige "Totalüberwachung", dürfte so ein Fahrzeug dann eben gar nicht benutzen.

Redaktion: Nicole Ruchlak
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