Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung Inaktivitätsforschung

Langes Sitzen macht krank | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 24.05.2016
18:05 bis 18:30 Uhr

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BAYERN 2

Inaktivitätsforschung
Wenn uns Sitzen krank macht
Von Yvonne Maier

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Sitzen Sie gerade auf einem Stuhl, am Schreibtisch, während sie diesen Text lesen? Das könnte tödlich sein. Denn Menschen, die täglich mehr als sechs Stunden am Stück sitzen, haben ein um rund 40 Prozent höheres Risiko, innerhalb der nächsten 15 Jahre zu sterben als Menschen, die nur drei Stunden hintereinander am Tag sitzen. Erst seit dem Jahr 2010 wird der Begriff "Inaktivitätsforschung" in der medizinischen Wissenschaft verwendet - die Forschung dazu steht noch ganz am Anfang. Doch je mehr die Mediziner, Sportwissenschaftler und Hirnforscher darüber herausfinden, desto dringlicher erscheint das Problem. Denn dauerhafte Inaktivität hat Auswirkungen auf unseren gesamten Körper: Der Fett- und Cholesterinstoffwechsel verändert sich beim langen Nichtstun. Die Folge: Herzkreislaufprobleme und Herzinfarkte. Auch Diabetes Typ 2 kann durch Inaktivität hervorgerufen werden. Dabei werden die ruhenden Muskelzellen unempfindlicher für Insulin. Doch nicht nur der Stoffwechsel verändert sich massiv durch Stillsitzen. Forscher vermuten auch Genveränderungen, die dadurch ausgelöst werden könnten. Vielleicht auch Veränderungen im Gehirn. Schon länger ist bekannt, dass Bewegung und Sport bei der Behandlung von psychischen Krankheiten helfen können. Sportwissenschaftler und Hirnforscher interessiert es darum, wie sich körperliche Inaktivität auf unsere Psyche auswirkt.

Redaktion: Sabine Straßer

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