Bayern 2

Bayern - Land und Leute Franz Zell zum 150. Geburtstag

Franz Zell | Bild: Bayerischer Landesverein für Heimatpflege

Sonntag, 28.02.2016
13:05 bis 13:30 Uhr

BAYERN 2

Der vergessene Regionalromantiker
Spurensuche zum 150. Geburtstag des Architekten Franz Zell
Von Georg Antretter
Als Podcast verfügbar

Burghotel Hohenaschau, Forsthaus Grattenbach, Schule Stein im oberbayerischen Priental - diese Gebäude geben der Heimatgemeinde des Autors und Volkskundlers Georg Antretter ein Gesicht und stecken voller Geschichten: Über Max Hickl, den Lehrer von Stein, in dessen Schule Antretters Vorfahren selbst im Winter kilometerweit zu Fuß gegangen sind, ist gerade ein neues Buch erschienen.

Über Franz Zell, den Architekten des markanten Schulhauses im Heimatstil, wurde dagegen wenig geschrieben, das letzte Mal vor rund 25 Jahren. Zum Glück gibt es das allwissende Wikipedia - mit Franz Zells Werkverzeichnis: Schnitzschule in Oberammergau, Heimatmuseum Rosenheim, Wiederaufbau des Chinesischen Turms in München … Der Münchner Architekt hat zwischen Neu-Ulm und Wien, Oberammergau und Cham zahlreiche Wirtshäuser, Museen, Rathäuser und auch Wohnhäuser samt Inneneinrichtung entworfen. Dazu noch Bauernmöbel für das Bayerische Nationalmuseum gesammelt, Volkskunst-Bücher verfasst und 1902 den Verein für Volkskunst und Volkskunde mitbegründet.

Und Wikipedia verrät auch: Franz Zell wurde 95 Jahre alt und ist am 28. Februar 1866 geboren - 2016 steht also sein 150. Geburtstag an! Nachfragen bei Fachleuten wie dem Heimatpfleger Hans Roth, der Chamer Kulturreferentin Bärbel Kleindorfer-Marx oder der Oberammergauer Museumsleiterin Konstanze Werner ergeben, dass drei Monate zuvor noch keiner an den Geburtstag gedacht hatte …

Warum ist dieser Architekt, anders als seine Kollegen Seidl oder Thiersch, fast vergessen? Oder wurde er bewusst ausgeblendet? Wie lässt sich sein umfangreiches Lebenswerk beurteilen? Und was lässt sich zum Privatmann Zell herausfinden? Das sind nur einige von vielen Fragen, die sich Georg Antretter gestellt hat und die der Anlass für eine sehr persönliche Spurensuche nach dem "Regionalromantiker" Franz Zell waren. Das Ergebnis wird die "Geburtstagsüberraschung" zu seinem 150. am 28. Februar 2016 sein.