Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Lena Christ und Emerenz Meier

Büste von Lena Christ | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 01.09.2015
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Lena Christ
Erinnerungen einer Überflüssigen
Autorin und Regie: Dorit Kreissl

Die Dichterin Emerenz Meier
Des freien Waldes freies Kind
Autor: Herbert Becker / Regie: Eva Demmelhuber

Das Kalenderblatt
1.9.1945
Erstes "Pippi Langstrumpf"-Buch erscheint
Von Birgit Magiera

Als Podcast verfügbar

Lena Christ - Erinnerungen einer Überflüssigen
Von Dorit Kreissl
Am 30. Juni 1920 vergiftet sich Lena Christ auf dem Münchner Waldfriedhof. Die Verzweiflungstat beendet ein hartes und bitteres Leben:
Dabei waren die ersten Jahre der Kindheit bei den Großeltern in Glonn unbeschwert und glücklich. Das Martyrium beginnt, als die Mutter das Mädchen nach München holt: die Mutter hasst Lena, sie schlägt sie blutig, benutzt sie als billiges Dienstmädchen. Als Lena heiratet, verflucht sie ihr uneheliches Kind: "jede guate Stund sollst mit zehn bittere büaßn müaßn". Die Ehe wird ein einziges Unglück. Lena Christ beschreibt diese Zeit schonungslos in ihren "Erinnerungen einer Überflüssigen". Für den zeitgenössischen Kritiker Josef Hofmiller ist dieser Roman das erste Meisterwerk der Lena Christ. Zwei weitere kommen hinzu: "Mathias Bichler" und "Die Rumplhanni". "Wenn man in hundert Jahren wissen will, wie es damals in Oberbayern gewesen ist", schreibt Hofmiller, "werden diese drei Bücher neben denen von Ludwig Thoma den Wert kulturgeschichtlicher Quellenwerke haben".

Die Dichterin Emerenz Meier - Des freien Waldes freies Kind
Von Herbert Becker
"Aus dem bayrischen Wald" ist der Titel eines 1897 erschienenen Bandes mit vier Erzählungen der damals 23 Jahre alten Emerenz Meier. Obwohl ihn die Kritiker einhellig lobten, wurde er nicht zum kommerziellen Erfolg. Und: er blieb das einzige Buch der Dichterin, das zu ihren Lebzeiten herauskam. Doch die Wirtstochter aus Schiefweg bei Waldkirchen schrieb unverdrossen weiter. In Zeitungen, Zeitschriften und Kalendern wurden ihre Gedichte und Erzählungen abgedruckt - leben allerdings konnte sie von dem, was man ihr dafür zahlte, nicht. 1906 emigrierte sie in die Vereinigten Staaten. Von ihrem Wohnort Chicago aus schrieb sie zahlreiche Briefe in die Heimat, ansonsten jedoch kam ihr literarisches Schaffen in Amerika fast ganz zum Erliegen. Erst Jahrzehnte nach ihrem Tod im Jahr 1928 begann man sich an die Dichterin aus dem Bayerischen Wald zu erinnern.
Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Petra Herrmann
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