Bayern 2

     

radioWissen

Illustration: Teufel | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 09.11.2011
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Bildung von A - Z
Teufelsbilder - Satan und seine Brüder
Der Teufel hat viele Namen – Der Mythos vom Bösen
Marquis de Sade – Der Meister des Bösen
Das Kalenderblatt * - Wiederholung um 15.05 Uhr
9.11.1925 – Gründung der Schutzstaffel, SS
* Als Podcast verfügbar
Internet: www.bayern2.de/radiowissen

Ob Satan, Luzifer oder Mephisto - um nur drei Namen zu nennen - , der Teufel wird von mehr Gestalten verkörpert, als jede andere mythologische Figur. Manche der christlichen Dämonologen gingen von sieben Teufeln aus und schrieben jedem eine der sieben Todsünden zu. Andere glaubten an eine hierarchische Ordnung im Reich des Bösen und teilten sein Gefolge in 6.666 Legionen von Ober- und Unterteufeln auf. Wieder andere meinten, Chaos und Unordnung seien das natürliche Element des Teufels. Aber so widersprüchlich diese Vorstellungen sind: Sein Mythos lebt. Wir begegnen ihm in Kunst, Musik, Literatur, in Redewendungen, Sprichwörtern und Flüchen. Er gilt als das Böse in Person und ist gleichzeitig nicht zu fassen. Genau deshalb scheinen wir ihn zu brauchen - als Projektionsfläche und Sündenbock. Doch auch einige reale Personen werden mit dem Teufel gleichgesetzt, wie etwa der 1740 als Abkömmling alten, aber verarmten Adels geborene Donatien-Alphonse-Francois de Sade. Schon früh zeigte er eine problematische Wesensart, die allerdings durch die Lieblosigkeit im Elternhaus nicht gerade positiv beeinflusst wurde. Wie kein Zweiter wurde er zum Begründer abweichender Sexualpraktiken. Auch das Schikanieren anderer in alltäglichen Situationen hat durch den Marquis de Sade einen Namen bekommen. Nach Jesuitenerziehung und militärischer Karriere und - nachdem ihn seine große Liebe abgewiesen hatte - fügte sich de Sade einer Geldheirat. Seine Ehe hinderte ihn jedoch nicht daran zahlreiche, von wilden Gerüchten begleitete, Affairen auszuleben, die ihn in Verruf, hinter Kerkermauern und später auch ins Irrenhaus brachten. Seine ausschweifende Fantasie lebte er vor allem auch literarisch aus. De Sades Beschreibungen unzüchtiger Gelüste und beispielloser Orgien machten ihn weltberühmt, wobei übersehen wird, dass er auch ein schonungsloser Aufklärer der politischen Verhältnisse seiner Zeit war. Als "Freigeist" hat er sich selbst gesehen, der sich nicht scheute, den Zorn der Mächtigen herauszufordern.

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