Bayern 2

radioWissen Evolution des Menschen

Svante Pääbo leitet die Forschergruppe des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie, die das Erbgut des Denisova-Menschen sequenzierte. | Bild: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Donnerstag, 24-11-2022
9:05 AM to 10:00 AM

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BAYERN 2

Der Denisova-Mensch
Ein neues Familienmitglied

Evolution und Musik
Warum Menschen Musik machen

Das Kalenderblatt
24.11.1874
Der Stacheldraht wird patentiert
Von Herbert Becker

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Der Denisova-Mensch - ein neues Familienmitglied
Autorin: Prisca Straub / Regie: Martin Trauner
Die genetische Analyse eines winzigen Fingerknöchelchens aus einer Höhle im sibirischen Altai-Gebirge war eine Sensation: Im Jahr 2010 hat sie eine bisher unbekannte, archaische Menschenform zutage befördert - den Denisova-Menschen. Vermutlich war er kräftig gebaut und lebte bis vor rund 50.000 Jahren weit verbreitet in Asien - zeitgleich mit Neandertaler und Homo sapiens. Offenbar hat er sich auch mit beiden vermischt. So finden sich Spuren des Denisovaners bis heute im Erbgut moderner Menschen: Einige asiatische Bevölkerungsgruppen tragen zum Beispiel eine Genvariante, die sie erfolgreich anpasst an ein Leben in sauerstoffarmen hohen Regionen. Dank neuer genetischer Daten und fossiler Knochenfragmente nimmt der Denisova-Mensch immer mehr Gestalt an.
Erstsendung 21. September 2021

Evolution und Musik - warum Menschen Musik machen
Autor und Regie: Martin Schramm
Was haben das "Brabbeln von Babys", das "Brüllen von Gorillas", die "Gesänge von Fußballfans" und eine "Sinfonie von Beethoven" gemein? Eine ganze Menge, sagen Musikforscher heute und erkunden in einer Art "Evolutionären Musikforschung" das Phänomen längst in seiner ganzen Breite. Warum machen wir überhaupt Musik? Wie kam sie in unsere Welt? Sind auch Tiere musikalisch? Warum ist und war Musik "nützlich" und konnte sich im Laufe der Evolution durchsetzen? Stimmforscher lauschen dazu bereits den Schreien der Kleinsten. Unmittelbar nach der Geburt legen Babys ein erstaunliches Musiktalent an den Tag - und das ohne jedes Training. Vieles spricht dafür, dass aus einer Art "Urlautsystem", einem bewährten "Emotionstransporter", eine Art "Urmusik" wurde - und daraus schließlich das, was wir heute unter Musik verstehen: Gesänge, Tänze bis hin zu raffinierten Kompositionen. Musik sorgt im Alltag außerdem für klare Vorteile; sie macht aus Einzelkämpfern ein Team; schafft und koordiniert eine schützende Gemeinschaft, die das Überleben sichert. Eindrucksvoll demonstriert wird das an jedem Wochenende in den Fußballstadien: Fans feuern durch gemeinsames Singen, Tanzen und Trommeln ihre Mannschaft an. Musik wurde aber auch zum Fitness-Faktor und damit zur Möglichkeit, sich einen "Selektionsvorteil" zu verschaffen. Eine kräftige, klare Stimme transportiert eine eindeutige Botschaft: "Ich bin gesund, ich bin groß, ich bin völlig entspannt und cool!" - Die Stimme wird zum Erotik-, Fitness- und Potenzfaktor.
Erstsendung 20. Dezember 2016

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Iska Schreglmann

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