Bayern 2

Zeit für Bayern Heilige Leiber in bayerischen Kirchen

Seit der Barockzeit gelangten die Heiligen Leiber - in ihrer kostbaren Fassung und reich gekleidet auf dei Seitenaltäre der Kirche. Sie wurden einst von den Gläubigen hoch verehrt, wie hier der Schrein mit dem hl. Diakon und Märtyrer Velentinus auf dem Magdalenenaltar in der Basilika Waldsassen | Bild: Katholisches Pfarramt Waldsassen

Donnerstag, 01.11.2012
12:05 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Kirchenbesuch mit Gruselfaktor
Heilige Leiber in bayerischen Kirchen
Von Regina Fanderl

„Ruht wohl ihr heiligen Gebeine“ heißt es in der Johannespassion von Johann Sebastian Bach. Jene Gebeine, auf deren Spuren sich „Zeit für Bayern“ begibt, sind weniger „wohl ruhend“ als vielmehr aufwendig und kostbar bekleidet und geschmückt in einigen bayerischen Kirchen zu finden. Es handelt sich dabei um die Ganzkörper-Reliquien frühchristlicher Märtyrer, die die um das Jahr 1700 herum aus den Katakomben Roms in bayerische Kirchen und Klöster gebracht wurden. Die zehn in kunstvoller Filigranarbeit mit Gold-und Silberfäden, Perlen und falschen Edelsteinen verzierten Skelette in Kloster Waldsassen beispielsweise gelten als die bekanntesten und besterhaltenen „Heiligen Leiber“ nördlich der Alpen. Vor allem in der Barockzeit wurden sie geschätzt und bis heute werden sie hoch verehrt als besondere Schutzpatrone von Waldsassen.

Auch St. Emmeram in Regensburg birgt die Gebeine zweier Katakombenheiliger: Maximiniamus und Calcidonius, wobei letzterer, bis zu den Knien in weiße, wertvoll-verzierte Tücher gehüllt, die Beine locker übereinandergeschlagen hat und damit eher an Tischbeins berühmtes „Liegebild“ Goethes erinnert, denn an einen Märtyrer.

Was hat es mit diesen heiligen Gebeinen auf sich? Haben sie in unserer Zeit noch eine Bedeutung und wer kümmert sich um die Erhaltung dieser doch etwas unheimlichen Gestalten? Regina Fanderl hat bei ihren Kirchenbesuchen „mit Gruselfaktor“ nicht nur viel über den Barock und seine Reliquien gelernt, sondern auch manches über die mehr als zweihundert menschlichen Knochen.

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