Bayern 2

radioWissen In der Haut, auf der Haut

Nahaufnahme vom Stechen eines Tattoos. | Bild: Colourbox/ Artem Zakharov

heute, 16.05.2022
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Tattoos
Vom Seefahrerkult zum Massenphänomen

Unterwäsche
Hautnahes im Wandel der Zeit

Das Kalenderblatt
16.5.1960
Theodore Maiman entdeckt den Laser
Von Hellmuth Nordwig

Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App und ist als Podcast verfügbar.

Tattoos - vom Seefahrerkult zum Massenphänomen
Autorin: Claudia Steiner / Regie: Martin Trauner
Rosen, Anker, Schriftzeichen oder auch die Namen der Kinder - Statistiken zufolge ist etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland tätowiert. Vor ein paar Jahrzehnten waren Tätowierungen noch verpönt und nur unter Seefahrern oder Häftlingen verbreitet. Inzwischen sind Tattoos ein Massenphänomen. Dabei ist die Körperkunst sehr alt: Einer der ältesten Menschen mit Hautkunst, der bisher gefunden wurde, ist die Gletscher-Mumie Ötzi. Auf seiner Haut waren blau-schwarze Striche, die vermutlich mit Holzkohle geschaffen wurden. Auch die alten Ägypter tätowierten sich, genauso wie Könige, Häuptlinge und Krieger. Früher wurden Tattoos nicht mit feinen Nadeln gestochen. So fanden Forscher im Pazifikstaat Tonga ein 2.700 Jahre altes Tätowier-Set aus Knochen. In der Pazifik-Region wird auch heute noch mit einem Tätowierkamm und einem Holzstab gearbeitet. Aus dem Geräusch, das dabei entsteht, entwickelte sich der Begriff "Tau Tau". Daraus soll wiederum das Wort "Tattoo“ entstanden sein.

Unterwäsche - Hautnahes im Wandel der Zeit
Autorin: Ulrike Beck / Regie: Susi Weichselbaumer
Die Geschichte der Unterwäsche beginnt mit einem Leinen-Schurz. Im alten Ägypten diente er als Funktionskleidung für die Arbeiter. Nur den Pharaonen und Privilegierten war es erlaubt, ein zweites, reich verziertes Tuch darüberzu tragen. Damit wurde der Schurz darunter zum ersten Mal zur Unterwäsche und im Dresscode der Reichen zum Luxusartikel, den sich über die folgenden Jahrtausende nur Adel und Wohlhabende leisten konnten. Erst mit der Einführung der Baumwolle als Massenware im 19.Jahrhundert setzt es sich durch, dass jeder Mann und jede Frau eine Unterhose trägt.
Bis dahin hält sich die mittelalterliche Sitte, lediglich ein langes Hemd zu tragen. In der männerdominierten Gesellschaft galt es bis Ende des 19.Jahrhunderts sogar als verpönt, wenn Frauen ihre Scham verhüllten. Während die Männer der wohlhabenderen Schichten vereinzelt Beinkleider tragen, sind die Damen fest in ihr Korsett geschnürt und unter den Röcken nackt. Erst mit der Erfindung der Baumwoll-Trikotage ändert sich das. Die neue Unterwäsche findet reißenden Absatz und wird zum Alltagsartikel. Während die Herren die Wahl haben zwischen Feinrippslip und Boxershorts, entwickelt sich die Damenunterwäsche zum Sinnbild für Erotik. Egal, ob luxuriöse Dessous, essbare Fun-Wäsche oder atmungsaktive Funktionskleidung: Die Unterwäsche hat sich etabliert.
Erstsendung 25. September 2017

Moderation:
Redaktion: Thomas Morawetz

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