Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Überlebenskünstler aus den Tropen

Faultier | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 22.07.2021
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Das Faultier
Langsamkeit als Überlebenstrick

Lianen
Unverwüstliche Kletterkünstler

Das Kalenderblatt
22.7.1947
Dagobert Duck erblickt das Licht der Comicwelt
Von Simon Demmelhuber
Als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Das Faultier - Langsamkeit als Überlebenstrick
Autorin: Brigitte Kramer / Regie: Eva Demmelhuber
Faultiere (Folivora) sind Sympathieträger. Sie hängen den ganzen Tag in Bäumen herum, schieben ab und zu gemächlich Grünzeug in sich hinein und begeben sich nur einmal pro Woche zur Toilette. In freier Wildbahn schlafen die Säugetiere, die mit Ameisenbären und Gürteltieren verwandt sind, gar nicht so viel, nur knapp zehn Stunden pro Tag. Allerdings bewegen sie sich auch im wachen Zustand so wenig, dass sie wortwörtlich Moos ansetzen. Das ist Teil ihrer Überlebensstrategie, denn so tarnen sie sich in den feuchten Wäldern Mittel- und Südamerikas. Und weil sie wenig Energie verbrauchen, einen langsamen Stoffwechsel und wenig Muskelmasse haben, reichen ihnen die nährstoffarmen Blätter, die sonst keiner mag. Alles unter Kontrolle also bei den heute noch lebenden, sechs Faultierarten. Es gibt sie seit rund 30 Millionen Jahren auf der Erde. Genug Zeit, um sich an das Leben im Hängematten-Modus anzupassen: Lange Gliedmaßen, kräftige Krallen, geringes Körpergewicht. Wer ein Faultier stört, muss allerdings mit recht flinken Hieben und kräftigen Bissen rechnen.

Lianen - unverwüstliche Kletterkünstler
Autorin: Gudrun Fischer / Regie: Susi Weichselbaumer
Wer denkt bei Lianen nicht gleich an Tarzan und Jane, wie sie sich mit Hilfe langer Sprosse - Lianen - von Urwaldwipfel zu Wipfel hangeln? Lianen wurzeln erstaunlicherweise fest in der Erde. Danach ist ihr wichtigstes Ziel: vom Boden ganz nach oben zum Licht zu gelangen. Sie nutzen andere Pflanzen als Träger, schaden ihnen aber nicht, denn sie sind keine Schmarotzer. Zum Festhalten entwickelten sie verschiedene Strategien, je nachdem, zu welcher Pflanzenart sie gehören. Manchmal benutzen sie sogar sich selbst, um hoch zu klettern. Lianen können sich teilen, können Luftwurzeln entwickeln und viele tragen riesige, wunderschöne Blüten.
Gudrun Fischer lief durch den atlantischen Regenwald in den Bergen bei Rio de Janeiro, auf der Suche nach dem schönsten Lianengeflecht. Eine brasilianische Botanikerin hatte erzählt, dass sie dort nach zwölf Jahren eine verschollene Liane fand. Lianen wachsen in Brasilien nicht nur im Urwald, sondern auch in Trockengebieten. Ein Meer aus Lianen windet sich vor allem durch den botanischen Garten von Rio de Janeiro.
Erstsendung: BR 2013

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Bernhard Kastner

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