Bayern 2

Bayern 2 am Feiertag Die Radikalen der Reformation in Bayern

Grab im Wald | Bild: BR Sabine Rauh

Freitag, 02.04.2021
11:05 bis 12:00 Uhr

BAYERN 2

"Auszurotten mit Feuer und Schwert"
Die Radikalen der Reformation in Bayern
Von Sabine Rauh
Wiederholung um 18.05 Uhr

Den meisten sind sie als "Wiedertäufer" bekannt: Wer schon einmal im westfälischen Münster war, kennt die Käfige an der Lambertikirche, in denen ihre Leichname zur Abschreckung ausgestellt waren - in jenem fernen 16. Jahrhundert, das mit der Reformation die Welt veränderte. Die Kirche als Bruderschaft, Gütergemeinschaft, Glaubensfreiheit, die Trennung von Staat und Kirche - mit diesen Forderungen waren die Täufer ihrer Zeit weit voraus. Und als sie in Münster ein Täuferreich errichteten, wurden sie als Ketzer im ganzen Reich verfolgt, auch von den Reformatoren.
Bilder und Berichte über "Amische" und "Hutterer" kennt man vor allem aus Amerika, wohin viele Täufer, wie Historiker sie heute nennen, auswanderten: Sie, die die Kindertaufe ablehnen und auf einem bewussten Bekenntnis von religionsmündigen Menschen bestehen, waren von Anfang an eine Bedrohung für die Kirche und den Staat - auch für die Kirchen der Reformation.
Doch die Geschichte der Täufer hat sich auch in Bayern abgespielt. Ihr nachzuspüren ist spannend wie ein Krimi, nicht zuletzt geht es auch hier oft um Mord und Totschlag, in Regensburg und Augsburg, Ingolstadt und Kaufbeuren. Das Feature ist eine Reise an historisch bedeutende Orte - und zu Gemeinden von heute, denn gegen zum Teil massive Widerstände hat das Täufertum in Bayern überlebt.