Bayern 2

radioTexte - Das offene Buch Galal Alahmadi: Gedichte aus dem Exil

Schriftsteller Galal Alahmadi | Bild: Tobias Bohm, Stiftung Branderburger Tor

Sonntag, 10.01.2021
12:30 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Galal Alahmadi, 2019 zum "Torschreiber am Pariser Platz" in Berlin gekürt, wuchs als Jemenit in Saudi-Arabien auf, er floh und fand in Deutschland Zuflucht. "Die Leere der Vase" heißt der erste Lyrikband des preisgekrönten arabischen Dichters.
Lesung: Martin Umbach
Cornelia Zetzsche im Gespräch mit Galal Alahmadi

"Literatur ist für mich die einzig wahre Stimme des Menschen und des Menschlichen im Gegensatz zu allem Religiösen, zu Gesetzen und dem, was Regime einem vorschreiben. Ich glaube, dass der Mensch nur über Literatur wirklich offen sprechen kann", sagt Galal Alahmadi, der Dichter im Berliner Exil. 1987 geboren in Saudi-Arabien und dennoch auch dort ein Fremder, weil er jemenitischer Herkunft ist. Aber für ihn hat Identität nichts mit Landesgrenzen zu tun, sondern ist etwas Persönliches, die Sprache sein Schutzraum.

Galal Alahmadi hatte Glück. Über die Heinrich-Böll-Stiftung kam er nach Deutschland. Im Projekt "weiterschreiben" ist er im Austausch mit der Berliner Schriftsteller-Kollegin und Tandem-Partnerin Tanja Dückers.

"Die Leere der Vase" heißt sein neuer Gedichtband im Secession Verlag, ins Deutsche übertragen von Leila Chammaa und Günther Orth. Gedichte von Verlorenheit, Einsamkeit und Heimatlosigkeit, von Melancholie und Liebe, aber auch von fließenden Übergängen zwischen Menschen, Tieren und Dingen. Schnecken ziehen immer wieder durch's Bild. Dinge haben Gefühle, Gleise zeigen Gesichter, und Gabriel García Lorca steht Pate.

Lesung: Martin Umbach
Im Gespräch: Galal Alahmadi
Regie: Eva Demmelhuber
Redaktion und Moderation: Cornelia Zetzsche

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