Bayern 2

radioWissen Iwan Bunin und Maxim Gorki

Maxim Gorki  | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 20.10.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Iwan Bunin
Über die Liebe in Russland

Maxim Gorki
Im Herzen liegt der Anfang

Das Kalenderblatt
20.10.1968
Dick Fosbury springt den "Fosbury-Flop"
Von Hartmut E. Lange
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Iwan Bunin - über die Liebe in Russland
Autorin: Julia Smilga / Regie: Eva Demmelhuber
Iwan Bunin (1870-1953) gilt in Russland seit langem als einer der größten russischen Autoren. Hierzulande ist er nach wie vor ein Geheimtipp. Geboren in einer verarmten russischen Adelsfamilie, wuchs Bunin in Südrussland auf. Die Naturbeschreibungen der großen Steppe Südrusslands durchziehen Iwan Bunins poetische Prosa. Darin thematisierte er Grundfragen des Mensch-Seins: Liebe, Tod und Einsamkeit. Die Oktoberrevolution 1917 veränderte Iwan Bunins Leben für immer, in seinem Tagebuch «Verfluchte Tage“ schilderte er sein Entsetzen über die Gewalt, die Russland überzog. 1919 emigrierte Iwan Bunin nach Frankreich, und zehrte seitdem in seinem Schaffen von Erinnerungen an die alte Heimat. Bunins Spätwerk, das sind immer wieder Geschichten über die Liebe: die vergebliche, die flüchtige, die verbotene Liebe. Gerade in diesen Liebesgeschichten erweist sich die Kunst Bunins, auf knappem Raum und mit viel Sinn fürs Detail eine eindringliche Geschichte zu schaffen. Als die Schwedische Akademie 1933 die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Iwan Bunin bekanntgab, war das sicher auch ein Politikum. Zum ersten Mal in der Geschichte des Nobelpreises wurde ein Russe ausgezeichnet - und zwar ein Schriftsteller im Exil.

Maxim Gorki - Im Herzen liegt der Anfang
Autorin: Christine Hamel / Regie: Martin Trauner
Gorkij: Ein mittelgroßer, gerne in altrussischem Hemd gekleideter Mann von kräftiger Statur, das Haar halblang hinter die Ohren gekämmt, Schnauzer und ein Gesicht, trotzig und verschlossen, in dem man ganze Generationen russischer Bauern wiedererkennt. Der Schriftsteller kommt aus einfachsten Verhältnissen, die er in seinem autobiographischen Roman „Detstvo“ (Kindheit) schildert: Der Vater stirbt früh, die junge Mutter flieht nach Moskau und lässt ihren Sohn im Hause des grausamen-bigotten Großvaters zurück. Mit zehn Jahren ist Gorkij Vollwaise und schlägt sich als Lumpensammler, Laufjunge, Ikonenmaler, Hilfsarbeiter, Nachtwächter oder Bäckergeselle durch - ein Leben, das der Autor in sozialkritische Literatur verwandelt. Gorkij hält zahlreiche Kontakte zu den russischen Revolutionären und geht doch auf Distanz zu dem Umsturz von 1917. Jahrelang lebt er im Ausland bis Stalin ihn 1929 in die Sowjetunion holt und ihn zum Vorzeigeschriftsteller des Sozialistischen Realismus erhebt - freilich rund um die Uhr bewacht von den Spitzeln des Geheimdienstes ... Ein Leben, in dem sich wie in einem Brennspiegel die Geschichte Russlands und der Sowjetunion konzentrieren.

Moderation: Kristina Thiele
Redaktion: Susanne Poelchau

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