Bayern 2

radioTexte - Das offene Buch Kanada (1/4): Emily Carr bei "Indianern"

Sonntag, 27.09.2020
12:30 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

"Klee Wyck - Die, die lacht", wurde Emily Carr genannt. Und so heißt auch ihr erstmals unzensiertes Buch auf Deutsch, das Geschichten von den First Nations auf Vancouver Island erzählt. Lesung mit Sibylle Canonica

Nach der Sendung als kostenloser Podcast unter bayern2.de/lesungen verfügbar

Sie war Malerin, Schriftstellerin und eine kleine, sehr mutige Frau mit Hund. Aufgewachsen ist sie Ende des 19. Jahrhunderts in Victoria, der seinerzeit noch sehr britischen Hauptstadt von British Columbia. Mit fünfzehn schon ging Emily Carr zu den indigenen Stämmen auf Vancouver Island, zeichnete ihre Totems, malte die Landschaft mit ausdrucksstarken Farben und kritisierte unverblümt Missionarinnen, die "Indianerkinder", zum Teil fern von ihren Eltern, aufs Strengste, nach christlichen Prinzipien erzogen. Mit ihren Bildern und Erzählungen versuchte die Künstlerin eine Brücke zu bauen, trotz des "Indianergesetzes" von 1876, das die Stämme entrechtete. Aus ihren Tagebuchnotizen und Reportagen machte sie vor hundert Jahren szenische Geschichten. Klar, direkt, offen und ohne alle Vorurteile, erzählte sie Episoden vom Leben in den Dörfern. Die Historikerin und Archivarin Kathryn Bridge hat das künstlerische Erbe von Emily Carr jahrelang betreut und erforscht und auch das Vorwort für den Erzählband geschrieben.

Lesung: Sibylle Canonica
Im Gespräch: Kathryn Bridge
Redaktion, Regie, Moderation: Cornelia Zetzsche