Bayern 2

radioTexte am Donnerstag H. G. Wells: "Krieg der Welten" (3/7)

H. G. Wells | Bild: Picture Alliance/HIP

Donnerstag, 24.09.2020
21:05 bis 22:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Ein Buch, das Geschichte geschrieben hat, eine Frage, die offengeblieben ist: Was, wenn die Erde von Außerirdischen angegriffen wird? Andreas Fröhlich mit einer virtuosen Lesung des Kultromans von H. G. Wells in sieben Folgen

Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp

Ausgewählte Beiträge als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Was ist, wenn die Erde von überlegenen Außerirdischen angegriffen wird, denen die menschliche Zivilisation völlig egal ist? Die Frage ist so beängstigend wie plausibel. Der erste, der sie in Romanform fasste, war der Brite Herbert George Wells. Sein "Krieg der Welten" ist mehr als 120 Jahre alt und bewegt bis heute die Science-Fiction-Welt. Wells‘ Marsianer haben eigene Interessen und brutalste Mittel, um sie durchzusetzen - und genau das tun sie auch. In der klassischen Lesung auf Bayern 2 tobt der Krieg der Welten - gelesen von Star-Sprecher Andreas Fröhlich. Sieben Folgen - bis zu einem Ende mit knappem Davonkommen ...

Eine merkwürdige Raumkapsel ist der erste Vorbote der Invasion vom Mars. Im idyllischen Surrey erregt sie Neugier und Spott - bald aber erweist sie sich als tödlich. Panik und Entsetzen greifen um sich. Die Feinde vom roten Planeten greifen mit dreibeinigen Kampfmaschinen Großbritannien an, um die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Irdisches Militär ist machtlos gegen diesen Gegner, Flucht, Verwüstung, Apokalypse, schlimmste Alpträume werden wahr, rücksichtslos kämpft - fast - jeder gegen jeden um das Überleben.

Der britische Science-Fiction-Pionier H. G. Wells (1866-1946) gestaltete mit seinem Roman zum ersten Mal das heute klassisch gewordene Motiv einer außerirdischen Invasion. Nach dem Erfolg des Romans von 1898 wurde "Krieg der Welten" 40 Jahre später als Hörspiel berühmt: Orson Welles verlegte die Handlung nach Nordamerika und inszenierte eine wie echt wirkende Nachrichtensendung, die zu Panik im realen Publikum führte. Auch Hollywood griff den Stoff mehrfach und millionenschwer auf: "Independence Day" von Roland Emmerich etwa beruht teilweise auf "Krieg der Welten" und Steven Spielbergs "War of the worlds" mit Tom Cruise zeigte 2005 erneut die Faszination der alten Geschichte. Heute kann man den Text als Parabel auf die polarisierte Welt des 21. Jahrhunderts verstehen - und in Pandemie-Zeiten wirkt der "Sieg" über die Invasoren definitiv anders als vorher.

Andreas Fröhlich, bekannt als Bob Andrews der "Drei Fragezeichen"-Hörspiele, als deutsche Stimme von Edward Norton, John Cusack und von Gollum in Peter-Jacksons "Herr der Ringe"-Filme, wurde für seine Vortragskunst mehrfach mit dem deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Seine virtuose Lesung der "Krieg der Welten"-Übersetzung von Lutz-W. Wolff Regie: Irene Schuck) ist auch als Hörbuch im Audio Verlag erschienen. Bei Bayern 2 in leicht gekürzter Fassung in sieben Folgen, immer donnerstags um 21.05 Uhr in der klassischen Lesung, vom 10. September bis zum 22. Oktober 2020. Und im Podcast Lesungen natürlich. Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp.