Bayern 2

radioWissen Mikroplastik und Feinstaub

Mann steht mit Gasmaske an einer vielbefahrenen Straße | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 18.06.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Mikroplastik
Ein aussichtsloser Kampf?

Dicke Luft
Wie schädlich ist Feinstaub?

Das Kalenderblatt
18.6.1967
Das Monterey Pop Festival endet
Von Isabella Arcucci
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Mikroplastik - Ein aussichtsloser Kampf?
Autorin: Claudia Steiner / Regie: Frank Halbach
Mikroplastik ist winzig und überall: Durch Wind und Wasser verteilen sich die kleinen Teile schnell und gelangen an entlegene Orte der Erde. Forscher haben Mikroplastik sogar im Meereis der Arktis nachgewiesen. Auch im Boden, im Meer, in Flüssen und Seen sowie in der Luft findet sich Mikroplastik. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen definiert Mikroplastik als Kunststoffpartikel, die fünf Millimeter und kleiner sind. Weltweit gibt es allerdings keine einheitliche Definition, deshalb gibt es auch sehr unterschiedliche Angaben darüber, wieviel Mikroplastik jährlich in die Umwelt gelangt. Wissenschaftler unterscheiden zwischen primärem Mikroplastik wie Basispellets, das Grundmaterial für die Plastikproduktion, und sekundärem Mikroplastik, das beim Zerfallen größerer Teile wie Verpackungen und Tüten entsteht. Klar ist, dass die Partikel, die oft auch Zusatzstoffe wie Weichmacher enthalten, längst in der Nahrungskette angekommen ist. Wie genau aber die Langzeitwirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt sind, ist noch nicht bekannt.

Dicke Luft - Wie schädlich ist Feinstaub?
Autorin: Renate Ell / Regie: Frank Halbach
Es gibt gute und schlechte Nachrichten vom Feinstaub. Die gute zuerst: Die Belastung geht in Deutschland zurück. Auch Stadtbewohner atmen heute weniger Ruß und Staub ein als noch vor fünf oder zehn Jahren. Die Werte liegen bei allen Messstationen unter den EU-Grenzwerten - mit einer Ausnahme: Stuttgart-Neckartor. Da zeigt sich, welchen Einfluss auch das Kleinklima - in diesem Fall die Kessellage der Stadt - auf die Feinstaubbelastung haben kann. Entscheidend sind aber die zahlreichen Quellen: von Autoabgasen über Reifenabrieb und gemütliche Kaminfeuer bis zur Landwirtschaft. Und nun zu den schlechten Nachrichten: Ebenfalls in den letzten zehn Jahren haben Forscher neben Atemwegserkrankungen immer mehr und auch völlig unerwartete gesundheitliche Folgen der Feinstaubbelastung entdeckt, vor allem durch die allerkleinsten Partikel. Sie schädigen Herz und Gefäße und können sogar bis ins Gehirn vordringen und dort die Entstehung von Alzheimer-Demenz fördern. Derartige Erkenntnisse sollten wohl ein Ansporn sein, die Feinstaubbelastung noch weiter zu senken - was aber gar nicht so leicht ist.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Matthias Eggert

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