Bayern 2

Musik für Bayern Barock in Blue

Sonntag, 14.06.2020
19:30 bis 20:00 Uhr

BAYERN 2

60 Jahre Münchner Motettenchor und seine neue CD
Vorgestellt von Franziskus Büscher

Chöre gibt es viele, doch die wenigsten schaffen es, ein Werk über 40 Mal, auf drei Kontinenten zu singen. Der Münchner Motettenchor hat so ein Stück im Repertoire: die "Carmina Burana" von Carl Orff. Gegründet wurde das Ensemble aber eigentlich nicht um den Münchner Chorkomponisten aus dem 20. Jahrhundert aufzuführen, sondern seinen Thüringischen Kollegen Heinrich Schütz (1585-1672).
1960 suchte der spätere Universitätsmusikdirektor der Ludwig-Maximilians-Universität München, Hans-Rudolf Zöbeley, noch als junger Doktorand am Lehrstuhl gemeinsam mit seinem Professor nach Musik aus der Feder des bedeutendsten deutschen Vertreters des Frühbarock.
Doch sie wurden einfach nicht fündig. So funktionierte Zobeley kurzerhand seinen Kurs der Musikwissenschaften um. Aus den Teilnehmer*innen der Vorlesung wurde der Münchner Motettenchor - inzwischen eines der renommiertesten Vocalensembles der Landeshauptstadt - beheimatet in der St. Matthäus Kirche am Sendlinger Tor in München. Und heute muss glücklicherweise kein Kurs an der Universität mehr umfunktioniert werden, um den Chor am Leben zu halten.
Zum Jubiläum hat sich der Münchner Motettenchor, um seinen heutigen Chorleiter Benedikt Haag, ein besonders rundes Geschenk machen können: "Barock in Blue" heißt es,120 mm breit und 1,2 mm hoch ist es geworden. Klingt nach wenig, aber nur äußerlich. Auf der CD fusioniert der Chor mit fünf Jazzmusikern zu einem Ensemble, dass die reine und streng notierte geistliche Vokalmusik Johann Sebastian Bachs mit den lässigen und freien Momenten des Jazz verknüpft. Diese „Blue Notes“ interpretieren und spiegeln die Motetten Bachs nach Ideen der beiden Komponisten und Jazzmusiker Maximilian Höcherl und Maruan Sakas. "Barock in Blue" eben.

Franziskus Büscher unterhält sich mit dem Chorleiter Benedikt Haag über seinen Münchner Motettenchor und darüber, ob er auch - ganz im Sinne seines Vorgängers - 40 Aufführungen mit dem neuen Werk plant.