Bayern 2

Zündfunk extra Popkultur am Feiertag

Montag, 01.06.2020
19:05 bis 21:00 Uhr

BAYERN 2

19.05 "Tel Aviv Twang" - Die tragische Geschichte des Charlie Megira
Von Ralf Summer
20.00 Nachrichten, Wetter, Verkehr
20.05 "Yeah Yeah No!": Zündfunk Playback über 50 Jahre ohne die Beatles
Mit Klaus Walter
Diese Sendung zum Nachhören unter www.bayern2.de/zuendfunk

Er wurde nur 44 und lebte die letzten Jahre vor seinem Tod 2016 in Berlin: Charlie Megira ist ein bei uns weitgehend unbekannter, israelischer Musiker. Er verband Surf- & Rockabilly-Sound der 50er Jahre mit dem Noise-Pop der 80er. Schlug also die Brücke zwischen Link Wray oder Elvis Presley zu The Cramps und Joy Division. Gabriel „Gabi“ Abudraham, so sein bürgerlicher Name (seine Mutter hieß Megira), stammte aus dem Norden Israels, lebte in Tel Aviv und veröffentlichte nach dem Millennium seine ersten Platten. Auf dem Debüt „The Abtomatic Miesterzinger Mambo Chic“ (ãä àáèåîèé÷ îéñèøæéðâø îîå ùé÷) fanden sich humorvolle Titel wie „Golgatha Rock“ oder „The Death Dance of The Busty Hot Lifeguard Instructor Babe“, die auch aus einem Quentin Tarantino-Film entstammen könnten - und zwar an der Stelle, wenn es richtig absurd & spannend wird. 2014 erschie n mit seiner letzten Band „The Bet She´an Valley Hillbillies“ noch ein Tape. Ein Plattendeal mit Cult Records, dem Label von The Strokes-Sänger Julian Casablancas, war nicht zustande gekommen. Zu dem Zeitpunkt war der rastlose Musiker in Berlin gelandet, wo er mit seiner Familie lebte und unter tragischen Umständen 2016 starb. Das US-Archiv-Label Numero Group hat diesen Rock´n´Roll-Schatz geborgen und die Doppel-LP „Tomorrow´s Gone“ veröffentlicht. Hoffentlich wird Megira, der Zeit seines Lebens hauptsächlich selbstgebrannte CDs verkaufte, nun endlich bekannt. In den Linernotes des Samplers wird Megiras Musik als „both familiar und enterily alien at once“ beschrieben: vertraut und fremdartig zugleich. Ralf Summer bringt uns den israelischen Geheimtipp näher (Wiederholung vom 25.04.2020)

"Yeah Yeah No!": Zündfunk Playback über 50 Jahre ohne die Beatles
Am 10.April 1970 verkündet Paul McCartney das Ende der Beatles. 50 Jahre also haben wir es ohne die Beatles ausgehalten und auch in der heutigen Sendung wird kein Song laufen, der von den Beatles gespielt oder gesungen wird. Dafür aber Songs über die Beatles, die Beatlemania und die Black Beatles, Songs über George Harrison und über John & Yoko im Bett. Wir ergründen, wie die Sitar ins Repertoire der Beatles fand und warum die deutsche Literaturgeschichte ohne das Beatles-Album „Rubber Soul“ umgeschrieben werden müsste, von der Philosophie-Geschichte ganz zu schweigen. Auf der Suche nach den weiblichen Beatles landen wir in Saudi-Arabien, die tierischen Beatles bellen, gackern und miauen, der fünfte Beatle bringt in 139 Sekunden 18 Beatles-Songs unter.
Und: Wie tief die Beatles im kollektiven Gedächtnis verankert sind, das zeigt sich auch in der Corona-Krise. Yeah Yeah No!