Bayern 2

radioFeature Der lange Kampf um die Erinnerung

Sonntag, 19.04.2020
21:05 bis 22:00 Uhr

BAYERN 2

Die KZ-Gedenkstätte Dachau und ihre Geschichte
Von Michael Backmund und Thies Marsen
BR 2020

Wiederholung vom Samstag, 13.05 Uhr
Als Podcast verfügbar

Erinnerung ist keine Sache der Vergangenheit, sondern der Gegenwart. Und sie ist niemals statisch, sondern stets umkämpft. Das gilt ganz besonders für die Zeit des Nationalsozialismus. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist die Geschichte der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Das KZ Dachau war eines der ersten Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Von seiner Errichtung im März 1933 bis zur Befreiung durch die US-Armee im Frühjahr 1945 inhaftierten die Nazis hier über 200.000 Menschen, etwa 43.000 davon werden ermordet.
In der ersten Phase des Lagers wurden vor allem politische Gegner der Nazis inhaftiert, wie Kommunisten und Sozialisten. Später kamen andere Opfergruppen hinzu wie Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Suchtkranke, psychisch Kranke, Arbeitsverweigerer und Geistliche.
Nach dem Krieg begann für die Inhaftierten, die die Zeit im Lager überlebt hatten, ein neuer Kampf. Der Kampf um die Erinnerung. Jahrzehntelang wollten große Teile von Politik und Gesellschaft nichts von den Verbrechen und ihrer Verantwortung wissen.
Das ist heute anders. Trotzdem bleibt die Erinnerung umkämpft. Das radioFeature zeichnet die Geschichte der KZ-Gedenkstätte Dachau nach und sucht nach Antworten auf immer noch aktuelle Fragen:
Für was steht Dachau? Was können wir aus Dachau lernen? Wie wollen wir uns auch in Zukunft an das erinnern, was hier passiert ist? Und wie können wir dabei denen gerecht werden, die hier als Gefangene gedemütigt, gefoltert und ermordet worden sind?