Bayern 2

Katholische Welt Der Alttestamentler Erich Zenger

Sonntag, 05.04.2020
08:05 bis 08:30 Uhr

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BAYERN 2

"Im Himmel spricht man Hebräisch"
Erinnerungen an den Alttestamentler Erich Zenger
Von Georg Magirius

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Erich Zenger gilt als der wohl renommierteste deutschsprachige Alttestamentler seiner Generation. Am 4. April vor zehn Jahren starb der bei Eichstätt aufgewachsene katholische Theologe, der den jüdisch-christlichen Dialog auf entscheidende Weise gestaltet hat. Für das Alte Testament prägte er den Begriff Erstes Testament, um die Assoziationskette "veraltet, alt geworden, überholt durch Neues" zu durchbrechen. 2009 erhielt er die Buber-Rosenzweig-Medaille.
Mit der Bezeichnung Erstes Testament betonte Zenger Gottes Liebe zu seinem Erstlingssohn Israel. "Im Himmel spricht man Hebräisch", sagte er mit einem Augenzwinkern. Die gegenwärtige jüdische Schriftauslegung bezog er in seine Arbeit ganz selbstverständlich ein, womit er mit der jahrhundertealten Gewohnheit christlicher Exegeten brach, den jüdischen Zugang vollständig zu ignorieren.
Gegen eine enge, an fest gefügten Sätzen orientierte Dogmatik und den Schmalz einer banalisierenden Spiritualität stellte er den suchenden Charakter des Ersten Testaments heraus. Dessen Sprache, etwa die der Psalmen, könne trösten, gerade weil sie nicht verströste, sondern Raum lasse für Wut, Schmerz und eine überschäumende Lebenslust.

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