Bayern 2

radioWissen Reliquien und Mumien

Mumie von Roslia Lombardo | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 17.02.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Reliquien
Heilige Knochen

Mumien in Europa
Unerhörte Zeitzeugen im Labor

Das Kalenderblatt
17.2.1936
Phantom - erster Superheld eines Daily Strips
Von Martin Trauner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Reliquien - heilige Knochen
Autor: Thomas Grasberger / Regie: Irene Schuck
Knochen, Haare, Kleidungsstücke - die Überreste von Verstorbenen werden seit je gesammelt und verehrt. Denn auf diese Weise will man dem Toten ein würdiges Gedenken bewahren. Und manch Gläubiger spricht solchen Objekten sogar besondere Wirkkräfte zu und erhofft sich von ihnen Heilung und Hilfe. Besonders dann, wenn es sich um Überbleibsel von Heiligen handelt; also von Menschen, die einst vorbildlich lebten und daher einer Gottheit oder einer religiösen Idee besonders nahestanden. Die Verehrung von Heiligenreliquien findet sich in vielen Religionen: im schiitischen Islam, im japanischen Shintoismus oder auch im Buddhismus. Die erste im Christentum bekannte Verehrung ist aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts überliefert. Sie galt den Reliquien von Polykarp, dem Bischof von Smyrna. Seine irdischen Reste waren einst wertvoller als Gold und Edelsteine. Mit Reformation und Aufklärung wurden viele kritische Stimmen laut, der Reliquienkult sollte sogar ganz abgeschafft werden. Und dennoch hat er sich bis in unsere Tage hinein erhalten

Mumien in Europa - unerhörte Zeitzeugen im Labor
Autorin und Regie: Prisca Straub
Sie ist die bekannteste Kindermumie Siziliens und gilt als schönste Mumie der Welt: Rosalia Lombardo. Die makellose Zweijährige aus der Gruft des Kapuzinerklosters in Palermo ist ein Publikumsmagnet. Seit 90 Jahren sieht es so aus, als würde sie friedlich schlafen - pausbäckig, die Augen halb geschlossen, eine Schleife im blonden Haar. Die größte Mumiensammlung Europas umfasst über 1.000 Tote. Doch kein Körper ist so perfekt konserviert wie Rosalia. Mumien sind kein rein ägyptisches Phänomen. Man findet sie auch in Europa - in Schlössern, Kirchen und Klöstern. Die Techniken, mit denen die Leichen präpariert wurden, sind dabei durchaus unterschiedlich. Zahlreiche Rezepturen existieren, nach denen Tote einbalsamiert wurden. Doch nicht nur Menschenhände, auch die Natur hat mitunter Leichen vor dem Zerfall gerettet: Es gibt sogenannte Trockenmumien, aber auch Mumien, die in Mooren oder im Eis konserviert wurden - wie die über 5.000 Jahre alte Gletschermumie "Ötzi", die 1991 in den österreichischen Zentralalpen gefunden wurde. Mumien haben Menschen schon immer erschreckt, aber auch fasziniert. Und Forscher versuchen, die toten Körper mit modernen wissenschaftlichen Methoden zum Sprechen zu bringen.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Thomas Morawetz

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