Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung Roboterchirurgie

Donnerstag, 21.11.2019
18:05 bis 18:30 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Roboterchirurgie
Operieren mit der Maschine
Von Yvonne Maier
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Im Jahr 2000 wurde Medizingeschichte geschrieben. Ein Science-Fiction-Traum wurde wahr: Die ersten Roboter zogen in die Operationssäle der Krankenhäuser ein. Doch heute, fast zwanzig Jahre später, haben sie immer noch nicht den lang erhofften Durchbruch geschafft. Zwar ließen sich weltweit im Jahr 2018 rund 900.000 Menschen mit Unterstützung eines Roboters operieren. Doch menschliche Chirurgen braucht es dafür immer noch, weil Roboter-Eingriffe in der Regel sogenannte „Schlüsselloch-Chirurgie“ sind, mit einer Kamera und Roboter-Armen, die ein Mensch bedient. Und es ist immer noch nicht klar, ob solche Operationen nun erfolgreicher und weniger belastend für Patienten sind. Es steht noch nicht einmal fest, ob man nach einem robotergestützten Eingriff schneller das Krankenhaus verlassen kann. Für die Hersteller sind die Operationsroboter auf jeden Fall ein profitables Geschäft. Und auch für Kliniken kann diese Methode einen wirtschaftlichen Vorteil bringen. Seit 2000 hatte die Firma da Vinci fast ein Monopol auf die Chirurgie-Roboter. Doch mittlerweile treten zahlreiche Konkurrenten auf, die mit neueren und noch ausgeklügelteren Maschinen die Operationssäle erobern wollen. So sollen die mechanischen Finger in Zukunft auch fühlen können. Gerade in der Krebstherapie ist das wichtig, weil sich Tumorgewebe fester anfühlt als gesundes. Gelingt dieser Schritt, könnten sich die Roboter 20 Jahre nach den ersten Versuchen tatsächlich in der Chirurgie etablieren.

Redaktion: Hellmuth Nordwig

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