Bayern 2

radioWissen Ringen um Schule und Arbeit

Altes Klassenfoto | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 11.11.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Zur ARD-Themenwoche "Zukunft Bildung"
Geschichte der Schule
Elitenbildung - Volksbildung

Seit wann wir für die Arbeit brennen
Geschichte der Arbeitsfreude

Das Kalenderblatt
11.11.1842
Erstmals Pils ausgeschenkt
Von Julia Devlin
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Geschichte der Schule - Elitenbildung - Volksbildung
Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Irene Schuck
Schule hat viel geleistet - die flächendeckende Alphabetisierung zum Beispiel. Sie hat aber auch viel verbrochen - die Leidensgeschichten von Schülern und Lehrern füllen Bände. Lange Zeit ein Privileg für die Eliten, erreichte die Schule immer breitere Kreise und ist in modernen komplexen Industriegesellschaften für alle da. Antike und Christentum, Naturwissenschaft und Technik bis hin zur Digitalisierung haben unsere Bildungsvorstellungen geformt. Alle gesellschaftlichen Veränderungen und Konflikte haben sie verändert und geprägt und die Schule zu dem gemacht, was sie bis heute ist - ein spannender und spannungsgeladener Erfahrungsraum, der von den Anforderungen und Widersprüchen erzählt, denen Menschen als Kulturwesen unterworfen sind.

Seit wann wir für die Arbeit brennen - Geschichte der Arbeitsfreude
Autorin: Prisca Straub / Regie: Christiane Klenz
Die Bilanz ist ernüchternd: Die Deutschen arbeiten so viel wie nie zuvor. Sie lassen "freiwillig" Mittagspause und Feierabend ausfallen und schuften dank Smartphone und Internet immer häufiger auch am Wochenende. Warum? An gestiegen Löhnen kann es nicht liegen, denn die Reallöhne stagnieren oder sind sogar gesunken. Die Deutschen von heute begründen die unentgeltliche Arbeit meist mit "Selbstverwirklichung" und "persönlichen Herausforderungen". Um 1900 wäre noch kein Arbeitnehmer auf die Idee gekommen, über seine Arbeit als "Selbstverwirklichung" zu sprechen - die Arbeit in den Fabriken wurde als monoton und geisttötend empfunden. Unmut und Streikzahlen waren entsprechend hoch. Um Lösungen aus der Misere zu finden, wurden zunächst Achtstundentag und Urlaubsanspruch eingeführt. Doch wirklich erfolgreich wurden Unternehmer erst, als sie begannen - zum ersten Mal in der Geschichte - die Arbeitsgefühle der Arbeitnehmer als ökonomische Ressource gezielt für sich zu nutzen. Das Arbeitsverhältnis wurde zutiefst emotionalisiert. Heute ist aus dem "kapitalistischen Ausbeuter" von einst ein "Gefühls-Manager" geworden.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Thomas Morawetz

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