Bayern 2

Katholische Welt Das Allerseelenfest und das Fegefeuer

Freitag, 01.11.2019
08:05 bis 08:30 Uhr

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BAYERN 2

Schwefelgelb und brennend heiß
Das Allerseelenfest und das Fegefeuer
Von Andreas Pehl
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Fauchend und pfeifend steigt heißer Dampf aus den Rissen in der Erde. Der Boden ist gelb vom Schwefel, es stinkt unerträglich: Die Insel Vulcano vor der Nordküste Siziliens. Für die Pilger, die im Mittelalter auf ihrer Reise ins Heilige Land hier vorbeikamen, war klar: Unter diesem Vulkan muss das Purgatorium, das Fegefeuer liegen. Wer genau hinhörte, konnte sogar das Heulen der Teufel und der armen Seelen hören. Die Kunde von diesem schrecklichen Ort verbreitete sich und kam auch Abt Odilo von Cluny zu Ohren. Er ordnete im Jahr 998 an, dass für diese Armen Seelen im Purgatorium zu beten sei am 2. November - das Fest Allerseelen war geboren. Schnell verbreitete sich das Gedächtnis aller Seelen und die damit eng verbundene Lehre über das Fegefeuer über ganz Europa. Während in den evangelischen Kirchen die Vorstellung eines Läuterungsortes nach dem Tode abgelehnt wird, ist die Lehre vom Purgatorium in der römisch-katholischen Kirche nach wie vor gültig. Andreas Pehl hat den Eingang zum Purgatorium auf der Insel Vulcano besucht und sich mit dem Freisinger Domrektor und Professor für Lateinische Philologie des Mittelalters, Marc-Aeilko Aris, über die Entstehung und die Aktualität des Allerseelenfestes unterhalten.

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