Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Die Faszination der Vogelstimmen

Darstellung: Vogel | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 22.08.2019
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Vom Bettelruf zur Bravour-Arie
Warum Vögel singen

Die Nachtigall
Die Diva unter den Vögeln

Das Kalenderblatt
22.8.1933
Rohrpostzuschlag für eilige Briefsendungen
Von Markus Mähner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Vom Bettelruf zur Bravour-Arie - Warum Vögel singen
Autor und Regie: Martin Schramm
Vögel singen: Von der Drossel bis zur Meise, von der Lerche bis zur Nachtigall. Aber warum eigentlich? Forscher versuchen diese Frage seit Jahrzehnten zu beantworten - haben sie aber bis heute nicht endgültig geklärt. Fest steht: Die Laute der Vögel sind erstaunlich vielfältig. Sie reichen vom schlichten "Bettelruf“ bis zum komplexen "Gesang“, vom schlichten "Rumgepiepse“ bis zur strukturierten "Konzertarie“. Vom erregten "Kampfgesang“ bis zum entspannten "Motivgesang“, vom variierenden "Wechselgesang“ bis hin zu verblüffenden "Imitationsgesängen“: Singvögel hören aufeinander und können Gehörtes wiedergeben. Manche können sogar Handys, Autos und Motorsägen nachahmen. Oft singen sie in regionalen Dialekten, die stark voneinander abweichen: Europäische Vögel, die auch auf den Kanarischen Inseln vorkommen, singen dort beispielsweise komplett anders als ihre Verwandten auf dem Festland. Oft sind also nur grobe Grundlagen angeboren, die Feinheiten werden später erst erlernt. Doch welche Rolle spielen und spielten all diesen Fähigkeiten im Laufe der Evolution? Sind sie einfach nur eine Spielart des "Selektionskampfes der Gene“ - oder gehen die Gesänge der Vögel weit über das "biologisch Notwendige“ hinaus? Singen Vögel also nur um potentielle Partnerinnen zu becircen und Konkurrenten abzuschrecken, sprich: sich fortzupflanzen und ihr Revier zu verteidigen? Oder singen sie weil es Ihnen "Spaß“ macht, weil sie "musikalisch“ sind?

Die Nachtigall - Die Diva unter den Vögeln
Autorin und Regie: Susi Weichselbaumer
Manch einer hört sie trapsen - die meisten mögen sie lieber trällernd: Die Nachtigall ist der Star unter den Singvögeln. Lange dachte man, das Sangestalent sei ihr in die Wiege gelegt. Nun haben Forscher herausgefunden, dass auch Nachtigallen eine Arienausbildung absolvieren. Sie nutzen die Zeit im Winterquartier in Afrika für eine Art Trainingslager, um topfit im Kehlkopf zurück nach Bayern zu kommen und hier ihre frühlingshaften großen Auftritte hinzulegen. Nachts trillern und zwitschern sie dann für die ledigen Weibchen - und das in sehr eindeutiger Absicht -, bei Tag schmettern sie schon mal stimmlich ein Männchen in die Flucht, das meinen könnte, ihnen das Territorium streitig machen zu wollen. Dabei wird aus dem Song Contest nicht selten eine richtige Keilerei mit Schnabel- und Krallenattacken. Überhaupt scheint es nach neusten Erkenntnissen gar nicht so weit her zu sein mit dem sanft-romantischen Ruf der Nachtigall - "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche ..."

Moderation: Yvonne Maier
Redaktion: Bernhard Kastner

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