Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Oskar Maria Graf und Leo Tolstoi

Darstellung: Tolstoi | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 13.08.2019
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Oskar Maria Graf
Wir sind Gefangene

Leo Tolstoi
Leben und Werk

Das Kalenderblatt
13.8.1876
Wagners "Ring“-Uraufführung beginnt
Von Frank Halbach
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Oskar Maria Graf - Wir sind Gefangene
Autor: Herbert Becker / Regie:Sabine Kienhöfer
Einen "Provinzschriftsteller" nannte sich Oskar Maria Graf voller Selbstironie, und viele halten ihn noch heute für einen Bauern- und Kleinstadtdichter. Doch Carl Zuckmayer, der ihn als einen der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts bezeichnete, kam der Wahrheit sehr viel näher. Graf war Sozialist, Anarchist und Pazifist, vor allem aber war er Antifaschist. Wütend schrieb er gegen jegliches Unrecht an, und als seine Schriften bei den Bücherverbrennungen der Nazis 1933 verschont wurden, forderte er in einem Pamphlet, auch sie "der reinen Flamme des Scheiterhaufens" zu überantworten anstatt sie "in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen" zu lassen. Nach seiner Ausbürgerung aus Deutschland und einer langen Odyssee fand er in New York eine neue Heimat. Noch bei seiner ersten Europareise im Jahr 1958 trug er während einer Lesung im Münchner Cuvilliéstheater seine geliebten Lederhosen - und provozierte damit prompt einen Eklat.

Leo Tolstoi - Leben und Werk
Autorin: Christine Hamel / Regie: Martin Trauner
Tolstois große Romane wie "Krieg und Frieden“ und "Anna Karenina“ haben Millionen von Lesern erreicht, mehr noch, sie haben ganze Generationen regelrecht mit "Tolstoi-Fieber“ infiziert. Tolstoi lesen heißt, die Konturen des Selbst herausschälen, sich gleich wie in einem Selbstverhör zu entblößen. Als psychologischer Realist versteht es der Romancier die menschliche Natur präzise und nuancenreich darzustellen. In seiner zweiten Lebenshälfte gewinnt ein gesellschaftlicher Auftrag immer mehr an Bedeutung: Seine religiösen und sozialen Anschauungen drückt der Schriftsteller in zahlreichen theoretischen Schriften aus. Zwischen Kunstform und Traktat changiert dabei die Erzählung “Die Kreutzersonate“ von 1886, in der Tolstoi die Ehe unter die Lupe nimmt.

Moderation:
Redaktion: Andrea Bräu

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