Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Renaissance beiderseits der Alpen

Darstellung: Lucrezia Borgia | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 15.07.2019
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Lucrezia Borgia
Die berüchtigte Papsttochter

Elisabeth von Rochlitz
Die vergessene Heldin der Reformation

Das Kalenderblatt
15.7.1975
Apollo-Sojus-Projekt tritt in Kraft
Von Markus Mähner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Lucrezia Borgia - Die berüchtigte Papsttochter
Autorin: Gabriele Knetsch / Regie: Sabine Kienhöfer
Die Gerüchte reißen nicht ab um diese schöne Frau. Die Geschichten um Lucrezia Borgia bedienen einfach alle Klischees, die eine gute Sex-and-Crime-Story haben muss. Tochter eines mächtigen Papstes, der vor Giftmorden nicht zurückschreckt. Bereits als 11Jährige Beauty-Fee doppelt verlobt - mit zwei verschiedenen Männern. Später mit drei weiteren verheiratet, von denen einer umgebracht wird und einer gerade noch rechtzeitig fliehen kann. Und dann - das jubeln ihr zumindest gehässige zeitgenössische Quellen unter - auch noch Geliebte des eigenen Vaters und zugleich des Bruders Cesare, eines draufgängerischen und gefürchteten Militärstrategen. Aber wer war die berüchtigte Papst-Tochter wirklich? Sie hat Zeitgenossen beeindruckt als Frau, die zeitweise die Geschäfte im Vatikan für ihren Vater übernahm. Aber auch als Fürstin von Ferrara überzeugte Lucrezia Borgia, die immer wieder im Zentrum der italienischen Geschichte stand. Sie unterhielt einen Kreis von renommierten Künstlern, stiftete Klöster und regierte klug in einer Zeit kriegerischer Auseinandersetzungen. Gabriele Knetsch versucht in ihrer Radio-Wissen-Sendung „Lucrezia Borgia“ dieser faszinierenden Renaissance-Frau näher zu kommen.

Literatur-Tipp:
Friederike Hausmann, Lucrezia Borgia, Glanz und Gewalt, eine Biographie. München 2019

Elisabeth von Rochlitz - Die vergessene Heldin der Reformation
Autorin: Leo Hoffmann / Regie: Axel Wostry
Elisabeth Landgräfin zu Hessen (1502 -1557) ist erst 13 Jahre alt, als sie mit dem Erbprinz Herzog Johann von Sachsen vermählt wird. Am Dresdner Hof, den der strenggläubige Herzog Georg von Sachsen mit harter Hand regiert, erwartet man eine anpassungsfähige, gläubige, fruchtbare Schwiegertochter. Doch man bekommt das Gegenteil: eine offenherzige, energische Frau, die sich zunehmend in die Politik einmischt und aus ihrer erwachenden Vorliebe für das Gedankengut Martin Luthers keinen Hehl macht. Als man Elisabeth das "Muul" verbietet, greift sie zur Feder und beeinflusst Religions- wie Reichspolitik schreibenderweise - eine emsige Netzwerkerin des 16. Jahrhunderts, der die protestantische Religion ein Herzens- und Gewissensanliegen ist. Dank Elisabeth wird Württemberg lutherisch. Ihren Beinamen "von Rochlitz" erhält sie, als sie mit 34 Jahren ihr Wittum in Rochlitz bezieht und dort, mitten im altgläubigen albertinischen Sachsen, die Reformation einführt - gedeckt vom Schmalkaldischen Bund. Für die Hauptleute des Bundes verrät Elisabeth im Schmalkaldischen Krieg ihren Landesherren, verliert daraufhin Besitz und Einfluss und wird von Kanzlisten wie Historikern unter den Tisch gekehrt.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen:
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