Bayern 2

radioWissen Fischerzeugung und Visionen für den Ackerbau

Darstellung: Lachsfarm | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 11.07.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Aquakultur
Tierzucht in Wasserfarmen

Welche Landwirtschaft braucht Afrika?
Die grüne Revolution 2.0

Das Kalenderblatt
11.7.212
Freie Bewohner des Römischen Imperiums erhalten Bürgerrecht
Von Sebastian Kirschner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Aquakultur - Tierzucht in Wasserfarmen
Autor: Lukas Grasberger / Regie:
Aquakultur gilt als Alternative zur Überfischung der Weltmeere - und könnte nach Ansicht ihrer Fürsprecher einen wichtigen Beitrag zur Welternährung liefern. Die industrielle Fischzucht birgt indes etliche Tücken: In Ländern wie Vietnam, Chile oder Norwegen führte die Haltung zu vieler Tiere in zu engen Käfigen immer wieder zu Krankheiten, und in Folge zu einer fragwürdigen Behandlung mit Antibiotika. Unmengen an Kot und Futterrückständen schädigen Fauna wie Flora im Umkreis von Zuchtanlagen. Selbst die gesetzlich strenger regulierte und daher „sanftere“ Aquakultur in Europa ist oft alles andere als nachhaltig: Um ein Kilo Zuchtlachs zu erzeugen, müssen mehrere Kilo an Fischmehl zugefüttert werden. Futter, das oft aus dem Fang kleiner Fische gewonnen wird - was die maritimen Ressourcen massiv belastet. Doch Wissenschaftler und Unternehmer tüfteln an Alternativen: An Land setzen einige Betreiber bereits auf so genannte Kreislaufanlagen, in denen das Wasser der Zuchtbassins aufwendig durch Filter gereinigt und dann erneut in die Becken geleitet wird. Noch in den Kinderschuhen steckt das Projekt eines so genannten Nährstoffaufzugs auf offenem Meer, mit dem Kieler Wissenschaftler so genannte „ozeanische Wüsten“ beleben - und für eine nachhaltige Fischerei nutzbar machen wollen.

Welche Landwirtschaft braucht Afrika? - Die grüne Revolution 2.0
Autorin: Renate Ell / Regie: Frank Halbach
Auf derselben Ackerfläche mehr ernten - so lautete in den 1960er Jahren das Erfolgsrezept der "Grünen Revolution“ gegen Hunger und Unterernährung in Entwicklungsländern. Moderne Hochertragssorten, Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel waren die Mittel der Wahl im Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Tatsächlich verbesserte sich die Ernährungssituation in vielen Ländern trotz einer wachsenden Bevölkerung. Wie kein anderer steht der amerikanische Agrarwissenschaftler Norman Borlaug (1914-2009) für diesen Erfolg - 1970 wurde seine Arbeit mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Aber es gibt auch Kritik an der Grünen Revolution: Saatgut, Dünger und Pestizide sind teuer, tropische Böden werden schnell ausgelaugt, Agrarchemikalien belasten die Umwelt, und wo Bewässerung nötig ist, leidet die Trinkwasserversorgung. Andererseits erzielt der ökologische Landbau in den Tropen bei manchen Kulturen inzwischen ebenso hohe Erträge wie die konventionelle Landwirtschaft, mitunter sogar höhere - dank angepasster Sorten und Methoden. Befürworter der Grünen Gentechnik argumentieren, dass eine ausreichende Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung nur mit gentechnisch veränderten Sorten möglich ist - weil diese weniger Pestizide brauchen oder mit sehr wenig Wasser auskommen. Andere dagegen vertreten die These: Wir brauchen keine Produktionssteigerung, es gibt eigentlich genug Nahrungsmittel für alle - wir müssen nur dafür sorgen, dass sie fair verteilt werden. Aber gilt das auch noch, wenn die Weltbevölkerung weiter wächst und der Klimawandel weiter fortschreitet? Konventionell oder ökologisch, mit oder ohne Gentechnik - welche Landwirtschaft kann die Ernährung aller Menschen sichern? Wie muss eine Grüne Revolution 2.0 aussehen?

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Nicole Ruchlak

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