Bayern 2

radioTexte - Das offene Buch José Eduardo Agualusa: Der Traum als Utopie

Sonntag, 07.07.2019
12:30 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Angola im Umbruch. Die Eliten verstrickt in Korruption. Die alten Kämpfer desillusioniert. Aber Jugendliche kämpfen für eine bessere Welt. José Eduardo Agualusa erzählt in seinem neuen Roman "Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer" von der Kraft der Utopie und dem Mut der Jugend.

Lesung mit Martin Umbach
Cornelia Zetzsche im Gespräch mit José Eduardo Agualusa

Nicht nur im Arabischen Frühling, in Brasilien, der Türkei und bei den "Fridays for Future“ gingen und gehen junge Leute für eine bessere Zukunft auf die Straße. Auch in Angola kämpften Jugendliche für eine freie, demokratische und gerechte Gesellschaft und wirkten mit an politischen Veränderungen und der Öffnung des Landes. Inspiriert von ihrem Engagement und überzeugt von der Notwendigkeit der Träume, widmete José Eduardo Agualusa seinen neuen Roman der "Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer“: Ein Journalist findet Fotos einer fremden Künstlerin, die seine Träume abbilden; ein Ex-Guerrillero und Hotelier verlor sein Gedächtnis, kann nicht mehr träumen, erscheint aber in den Träumen anderer. Jugendliche nehmen für ihren Traum, ihre Utopie, ihren friedlichen Protest auch Haft und Hungerstreik in Kauf.

José Eduardo Agualusa, der Angolaner portugiesisch-brasilianischer Herkunft, erzählt in seinen Romanen auf magische Weise von der Realität Angolas. Bei ihm werden Bürgerkrieg, Gewalt, Armut zu barocken, traumhaften, phantastischen, fast surrealen Bildern; auch "Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer“; ein Roman, der hoffnungsvoll und visionär endet.
Träumen ist wie Leben, nur ohne die große Lüge des Lebens, heißt es sinngemäß darin, ein starkes Plädoyer für das Träumen.

Lesung: Martin Umbach
Im Gespräch: José Eduardo Agualusa
Übersetzung: Michael Kegler
Moderation: Cornelia Zetzsche
Regie: Eva Demmelhuber

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