Bayern 2

radioWissen Küchenpsychologie und Smalltalk

Darstellung: Smalltalk | Bild: colourbox.com

Mittwoch, 26.06.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Küchenpsychologie
Wo jeder gerne mitredet

Smalltalk
Schmierstoff im sozialen Getriebe

Das Kalenderblatt
26.6.1977
Tim Severin erreicht mit dem Nachbau eines mittelalterlichen Lederboots Neufundland
Von Simon Demmelhuber
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Küchenpsychologie - Wo jeder gerne mitredet
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Irene Schuck
„Der hat ein massives Kontaktproblem!“, „Das ist eine Narzistin!“, „Wer so masochistisch veranlagt ist…“ Solche psychologischen Aussagen scheinen zur Allgemeinbildung zu gehören. Doch meist handelt es sich um Küchenpsychologie, wenn sich Laien zu Charakterfragen äußern oder versuchen, schnelle Lösungen für komplexe Situationen zu finden - nach dem Motto „Der braucht eine Therapie!“. Der Begriff „Küchenpsychologie“ leitet sich vermutlich vom „Küchenlatein“ ab und meint: es werden Fachausdrücke wie „depressiv“ oder „schizophren“ benutzt, ohne dass Hintergrundwissen zur Verfügung steht. Schlimmer noch: Kaum jemand ist bewusst, dass es eine Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Befunden und populären Vorstellungen geben könnte. Viele halten sich für Experten in Sachen Psychologie. Weil sich kaum jemand die Mühe machen will, einschlägige Studien zu lesen oder selbst gründlich nachzudenken, verbreiten sich pseudopsychologische Mythen wie zum Beispiel, dass Frauen mehr reden als Männer.

Smalltalk - Schmierstoff im sozialen Getriebe
Autorin: Sabine Straßer / Regie: Eva Demmelhuber
„Hallo, wie geht’s denn so?“ „Lange nicht mehr gesehen!“ „Auch zum ersten Mal hier?“ Eigentlich kennt sie jeder: die üblichen Rituale und Formeln für den Smalltalk. Eine freundliche Konversation, ohne viel zu sagen. Allerdings: nicht jedermann beherrscht die Kunst des kleinen Gesprächs. Außerdem genießt der Smalltalk wegen seiner Oberflächlichkeit keinen guten Ruf. Kommunikationsforscher indes wissen: Smalltalk erfüllt eine wichtige Funktion. Ohne Smalltalk herrscht Stille, und die hält das soziale Wesen Mensch schlecht aus. Warum also will keiner ein guter Smalltalker sein? Und was zeichnet guten Smalltalk aus? Der ist nämlich nicht in jeder Kultur und in jedem Dialekt auf die gleiche Weise praktizierbar. Dank der sozialen Medien kann man heute auch digital smalltalken. Werden vielleicht schon bald Computerprogramme die besseren Smalltalker sein?

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Susanne Poelchau

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