Bayern 2

radioWissen am Nachmittag In zwei deutschen Staaten

Darstellung: Erich Honecker | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 17.06.2019
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Erich und Margot Honecker
„In unserer DDR …“

Auf dem Weg in die Emanzipation
Frauenrechte in BRD und DDR

Das Kalenderblatt
17.6.1631
Mumtaz Mahal stirbt
Von Anja Mösing
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Erich und Margot Honecker - „In unserer DDR …“
Autorin: Renate Eichmeier / Regie:
"Der Sozialismus … hat unwiderruflich gesiegt." Sagte die 61jährige Margot Honecker noch im Juni 1989 im Palast der Republik. Wenige Wochen später begann die Massenflucht vor allem junger Menschen aus der DDR. Die Ära Honecker ging zu Ende und mit ihr der erste sozialistische Staat auf deutschem Boden. Begonnen hatten Erich und Margot Honecker ihre Karrieren nach dem Zweiten Weltkrieg als Funktionäre der kommunistischen Jugendorganisation FDJ, charismatisch, an den Sozialismus glaubend, voller Bewunderung für Stalin. Erich Honecker stieg zum Partei- und Staatschef auf und gab den politischen Hardliner mit Spießerimage. Seine Frau Margot setzte als Ministerin für Volksbildung innovative Konzepte wie polytechnische Bildung und Ganztagsbetreuung durch, aber auch umstrittene Maßnahmen wie den Wehrkundeunterricht. Mehr als zwei Jahrzehnte prägten die Honeckers den sogenannten Staatssozialismus der DDR, verloren zunehmend den Kontakt zum Volk und verweigerten sich bis zuletzt der sowjetischen Reformpolitik von Michail Gorbatschow. Im Winter 1989 wurden sie zum Rücktritt gezwungen.

Auf dem Weg in die Emanzipation - Frauenrechte in BRD und DDR
Autorin: Ulrike Beck / Regie: Sabine Kienhöfer
"Als Sozialdemokratin freut es mich, dass es eine sozialdemokratische Regierung war, die die deutschen Frauen von ihrer politischen Unmündigkeit befreit hat." Marie Juchacz am 19.Februar 1919 in der Weimarer Nationalversammlung. Die Politikerin ist die erste Frau, die eine Parlamentsrede in Deutschland hält. Sie ist - wie so viele - der Überzeugung, in einer Ära der "emanzipierten Frau" angekommen zu sein. Juchacz kann nicht ahnen, dass nur 14 Jahre später die Nationalsozialisten die Rechte der Frauen drastisch einschränken werden. Sie kann ebenfalls nicht ahnen, dass Deutschland in zwei Staaten geteilt wird und dass es in der BRD bis 1968 dauern wird, bis eine neue Frauenbewegung gegen nach wie vor bestehende Ungleichbehandlungen laut wird. Während in der DDR sich der Alltag für Frauen ganz anders entwickelt. Frauen sind dort von Anfang an als Arbeitskräfte gewünscht und können auf ausreichende Betreuungseinrichtungen für ihre Kinder zurückgreifen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird für sie zur Selbstverständlichkeit. Ab 1972 haben sie das Recht auf einen straffreien Schwangerschaftsabbruch, das ihnen mit der Wiedervereinigung wieder genommen wird. Trotz riesiger Fortschritte ist die Geschichte der Emanzipation von der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung bis heute noch nicht abgeschlossen. Es warten immer neue Herausforderungen, die zu bewältigen sind.

Moderation: Michael Zametzer
Redaktion: Thomas Morawetz

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