Bayern 2

radioWissen Völkermord und Kindersoldaten

Darstellung: Zerstörtes Gebäude | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 15.04.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Völkermord in Ruanda
Und die Welt sieht zu

Kindersoldaten
Im Krieg statt in der Schule

Das Kalenderblatt
15.4.1866
Richard Lepsius findet das Kanopus-Dekret
Von Isabella Arcucci
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Völkermord in Ruanda - und die Welt sieht zu
Autor: Klaus Uhrig / Regie: Sabine Kienhöfer
Der Völkermord beginnt mit einer Explosion: Am 6. April 1994 wird das Flugzeug des ruandischen Präsidenten Habyarimana im Landeanflug auf den Flughafen der Hauptstadt Kigali abgeschossen. Der Präsident stirbt. Wer die Maschine beschossen hat, ist bis heute unklar. Bekannt ist dagegen, was danach passiert: Innerhalb von nur 30 Minuten beginnt ein Massenmord von ungeheuerlichem Ausmaß. Präsidentengarde, Armee und die Milizen der Bevölkerungsgruppe der Hutu töten in den folgenden Monaten bis zu 75 Prozent der ebenfalls in Ruanda lebenden Minderheit der Tutsi - und Hutus, die sich gegen den Genozid stellen. Bis zu eine Million Menschen werden erschossen, verbrannt oder mit Macheten zerstückelt. Häufig beteiligt sich die von Hetzreden im Radio aufgestachelte Zivilbevölkerung an den Massakern. Die in Ruanda stationierten UN-Soldaten greifen nicht ein. Erst als eine Tutsi-Rebellenarmee weite Teile des Landes erobert, hört das Morden auf. Doch die Erinnerung an den Genozid bestimmt die ruandische Gesellschaft und die ganze umliegende Region bis heute.

Kindersoldaten - im Krieg statt in der Schule
Autorin: Elsbeth Bräuer / Regie: Kirsten Böttcher
Es ist eine Nacht, die Okots Leben in ein Davor und ein Danach teilen wird. Zuvor lebt er mit seiner Familie in Uganda, besucht die Schule, ein ganz normaler Vierzehnjähriger. Doch in dieser Nacht wird er von einer Terrormiliz entführt, die für einen christlichen Gottesstaat kämpft. Über zwei Jahre wird er im Busch verbringen, wird lernen, mit einer Waffe umzugehen und damit zu töten. Typisch Afrika? - Nein. Kindersoldaten waren auch in Europa und Amerika jahrhundertelang eine gängige Erscheinung. Es ist noch keine 75 Jahre her, da rekrutierten die Nationalsozialisten in der Endphase des Zweiten Weltkrieges 16-jährige Hitlerjungen für den sogenannten Volkssturm und schickten sie aufs Schlachtfeld. Und übrigens: Der Bundeswehr darf man schon ab 17 Jahren beitreten. Die Geschichte der Kindersoldaten beginnt schon in der Antike - und leider sie ist noch lange nicht zu Ende.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Thomas Morawetz

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