Bayern 2

Katholische Welt Der Bildhauer Reinhard "Biwi" Köppel

Sonntag, 10.03.2019
08:05 bis 08:30 Uhr

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BAYERN 2

Atelier mit Ausblick - in die Ewigkeit
Der Bildhauer Reinhard "Biwi“ Köppel
Von Christoph Thoma
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der 64 Jahre alte Bildhauer Reinhard "Biwi" Köppel aus Unterlenghardt bei Bruckberg im Landkreis Landshut arbeitet seit seiner Zeit als Meisterschüler an der Akademie der Bildenden Künste in München hauptsächlich in der christlich-kirchlichen Themenwelt. Menschliche Existenz interessiert ihn. Das Woher, Warum, Wohin? Fromme Abgründe tun sich auf.
Die Arbeiten des Künstlers sind geeignet, den Geist des christlichen Glaubens anschaulich und lebendig zu machen. Frömmlerisch ist er nicht. Im Gegenteil. Reinhard Köppel hat schon als Assistent an der Akademie ein viel beachtetes Kreuzweg-Projekt betreut. Im Auftrag der Pfarrei St. Martin in Landshut hat er vor zehn Jahren einen Aufsehen erregenden Kreuzweg für den Martinsfriedhof der Stiftsbasilika erstellt.
Ungewöhnlich bzw. wohl einzigartig ist, dass Köppel in Blickweite seines Ateliers nahe eines keltischen Bestattungsplatzes mit aktiver Unterstützung der evangelisch-lutherischen und der katholischen Kirche einen eigenen Friedhof eröffnet hat, den "Waldfriedhof Jeremia". 
Reinhard "Biwi" Köppel wünscht sich nicht den schnellen Konsum eindeutiger Bilder, sondern er fordert von sich selbst die intensive Auseinandersetzung mit der Form, die Suche nach den Inhalten. Frappierend seine Formensprache: minimalistisch, reduziert und doch dramatisch naturalistisch. Reinhard "Biwi" Köppel ist Vertreter einer neuen Figürlichkeit, wie sie sich in den 1980-Jahren an der Münchner Akademie in der Auseinandersetzung mit der Figurenauffassung der dortigen Nachkriegsbildhauerei entwickeln konnte. 
Es ist das große, sinnstiftende Narrativ der Religion, das den Hintergrund für Köppels zumeist biografisch motivierte Erzählungen von Leben, Leid und Hoffnung bildet und das die Brücke zur immateriellen, universellen Ideenwelt des Künstlers schlägt. Die Auseinandersetzung mit religiösen, mythischen und chiffrierten Zeichensystemen sei, so Köppel selbst, “der Humus auf dem mein Werk gedeiht”, womit er im sprachlichen Bild erneut den Grund nennt, auf dem seine bleischweren Arbeiten ihre immaterielle Sphäre aufzuwühlen suchen. 
Christoph Thoma kennt Reinhard "Biwi" Köppel seit der gemeinsamen Schulzeit in Landshut. Der Bekanntschaft ist es zu verdanken dass sich der an sich sehr scheue Künstler geöffnet hat.

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